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Der Messeauftritt, der sich rechnet

Die Kosten entstehen am Stand, der Umsatz entsteht davor und danach. Wer nur den Messetag plant, hat zwei Drittel der Arbeit ausgelassen.

07.12.2025 2 Min. Lesezeit 355 Wörter
Der Messeauftritt, der sich rechnet

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorbereitete Termine schlagen Laufkundschaft um ein Vielfaches.
  • Die Nachbereitung muss binnen fünf Tagen erfolgen, sonst verfallen die Kontakte.
  • Der Stand ist Kulisse, das Gespräch ist das Produkt.

Messeauftritte werden meist nach dem Standbau geplant und nach dem Besucheraufkommen bewertet. Beides sind die falschen Größen.

Die Kostenstruktur

PostenAnteil
Standfläche20 bis 30 %
Standbau und Ausstattung25 bis 35 %
Personal, Reise, Übernachtung20 bis 30 %
Material, Technik, Catering10 bis 15 %
Vorbereitung und Nachbereitung5 bis 15 %

Der letzte Posten entscheidet über den Erfolg und wird am häufigsten gestrichen.

Vor der Messe

Sechs bis acht Wochen vorher beginnt die eigentliche Arbeit:

  1. Liste der Zielkunden erstellen, die erfahrungsgemäß kommen.
  2. Bestandskunden persönlich einladen, mit Terminvorschlag.
  3. Termine fest vereinbaren, mit Uhrzeit, nicht „kommen Sie doch vorbei".
  4. Einen Anlass schaffen: Neuheit, Vorführung, Fachvortrag.
  5. Fachpresse informieren, die vor Ort ist.
  6. Das Team briefen: Wer spricht wen an, wer dokumentiert.

Punkt drei ist der Kern. Ein Messetag mit zwölf fest vereinbarten Terminen ist wirtschaftlich etwas völlig anderes als ein Tag mit Laufkundschaft.

Wer ohne vereinbarte Termine auf eine Messe fährt, hat eine teure Standmiete für die Hoffnung bezahlt, dass jemand vorbeikommt.

Am Stand

Der Stand ist Kulisse. Was zählt, ist das Gespräch.

Praktische Regeln:

  • Niemand sitzt hinter einem Tresen. Stehen und ansprechbar sein.
  • Keine Gruppen aus eigenen Mitarbeitenden, das schreckt ab.
  • Keine Handys in der Hand.
  • Eine offene Frage statt „Kann ich Ihnen helfen?".
  • Jedes Gespräch wird in einer Minute dokumentiert, direkt danach.

Der letzte Punkt entscheidet über die Nachbereitung. Notizen, die abends nachgeholt werden, sind unbrauchbar.

Nach der Messe

Die Halbwertszeit eines Messekontakts beträgt wenige Tage. Wer sich nach drei Wochen meldet, trifft auf jemanden, der sich nicht erinnert.

Ein funktionierender Ablauf:

  1. Tag 1 bis 2: Alle Kontakte erfassen und nach Priorität sortieren.
  2. Tag 3 bis 5: Persönliche Nachricht an jeden Kontakt, mit Bezug auf das Gespräch.
  3. Tag 5 bis 10: Anruf bei den priorisierten Kontakten.
  4. Woche 4: Zweite Kontaktaufnahme bei allen ohne Reaktion.
  5. Monat 3, 6, 12: Auswertung, welche Aufträge entstanden sind.

Punkt fünf ist die einzige Grundlage für die Entscheidung, ob die Messe im nächsten Jahr wieder gebucht wird.

Die Bewertung

Zählen Sie nicht Besucher und nicht gesammelte Kontakte. Zählen Sie qualifizierte Gespräche, also solche mit erkennbarem Bedarf und Entscheidungsbefugnis, und verfolgen Sie diese über zwölf Monate.

Eine Messe mit 40 qualifizierten Gesprächen und acht Aufträgen über zwölf Monate ist bei 12.000 Euro Kosten ein gutes Geschäft. Eine mit 400 Kontakten und zwei Aufträgen nicht.

Häufige Fragen

Was kostet ein Messeauftritt?

Bei einer Regionalmesse mit 20 Quadratmetern 6.000 bis 15.000 Euro einschließlich Standbau, Personal und Material. Bei Fachmessen deutlich mehr.

Wie misst man den Erfolg?

An qualifizierten Gesprächen und daraus entstandenen Aufträgen über zwölf Monate, nicht an der Zahl gesammelter Visitenkarten.

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