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Postwurf oder adressierte Werbung

Unadressiert ist billig und ungenau, adressiert ist teuer und trifft. Die Entscheidung hängt am Wert eines gewonnenen Kunden, nicht am Budget.

15.12.2025 2 Min. Lesezeit 311 Wörter
Postwurf oder adressierte Werbung

Das Wichtigste in Kürze

  • Unadressierte Sendungen kosten 5 bis 12 Cent, adressierte 60 Cent bis 2 Euro.
  • Adressierte Werbung an Bestandskunden ist die rentabelste Form von Direktwerbung.
  • Adresskauf für Kaltansprache ist datenschutzrechtlich heikel geworden.

Direktwerbung per Post hat zwei Varianten mit völlig unterschiedlicher Wirtschaftlichkeit.

Die Rechnung im Vergleich

MerkmalUnadressiertAdressiert KaltanspracheAdressiert Bestandskunde
Kosten je Stück5 bis 12 ct60 ct bis 2 €60 ct bis 2 €
Rücklauf0,05 bis 0,3 %0,5 bis 2 %3 bis 15 %
Kosten je Reaktion20 bis 200 €40 bis 300 €5 bis 50 €
Rechtlicher Aufwandgeringhochgering

Die letzte Spalte ist eindeutig die beste und wird am wenigsten genutzt. Bestandskundschaft anzuschreiben ist rechtlich einfach, günstig und wirksam.

Bevor Sie Adressen kaufen, schreiben Sie Ihre eigenen Kunden an. In fast jedem Betrieb liegt dort ein Rücklauf, der jede Kaltansprache übertrifft.

Wann unadressiert sinnvoll ist

Bei geografisch klar abgegrenztem Einzugsgebiet, bei Angeboten mit breiter Zielgruppe und bei niedrigen Auftragswerten, bei denen ein hoher Streuverlust vertretbar ist.

Nutzen Sie Teilbelegung nach Zustellbezirken. Die Post und private Zusteller bieten Auswahl nach Gebieten, teils nach Bebauungsstruktur, was Streuverluste deutlich senkt.

Wann adressiert sinnvoll ist

Bei hohen Auftragswerten, bei kleinen definierten Zielgruppen und bei Bestandskundschaft. Ein Brief an 300 Zielunternehmen ist günstiger und wirksamer als 20.000 Wurfsendungen.

Bei Geschäftsadressen ist die rechtliche Lage einfacher als bei Privatpersonen, weil das berechtigte Interesse an Werbung gegenüber Unternehmen regelmäßig überwiegt.

Was den Rücklauf hebt

  1. Persönliche Anrede mit korrektem Namen und Titel.
  2. Ein Bezug, der zeigt, dass Sie wissen, an wen Sie schreiben.
  3. Ein Brief statt eines Prospekts. Briefe werden geöffnet, Prospekte nicht.
  4. Eine echte Unterschrift, gedruckt in Blau.
  5. Eine Beilage mit Substanz, etwa eine Checkliste, kein Werbeflyer.
  6. Ein Umschlag ohne Fenster und ohne Werbeaufdruck.

Punkt sechs ist wirksam und günstig: Ein normaler Umschlag mit Briefmarke wird geöffnet, ein Werbeumschlag mit Freistempler oft nicht.

Der rechtliche Rahmen

Postalische Werbung an Privatpersonen kann auf ein berechtigtes Interesse gestützt werden, unterliegt aber Informations- und Widerspruchsrechten. Adressen müssen rechtmäßig erhoben sein, und die Herkunft muss auf Nachfrage benannt werden können.

Führen Sie eine Sperrliste für Personen, die widersprochen haben, und gleichen Sie jede Aussendung dagegen ab. Ein wiederholter Versand nach Widerspruch ist ein eigenständiger Verstoß.

Häufige Fragen

Darf man Adressen kaufen und anschreiben?

Postalische Werbung an Privatpersonen ist unter Abwägung berechtigter Interessen möglich, aber die Herkunft der Adressen muss rechtmäßig sein und es besteht Informations- und Widerspruchspflicht. Lassen Sie das prüfen.

Was ist ein guter Rücklauf?

Unadressiert 0,05 bis 0,3 Prozent, adressierte Kaltansprache 0,5 bis 2 Prozent, adressierte Bestandskundenansprache 3 bis 15 Prozent.

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