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Das Schaufenster, das verkauft

Die günstigste Werbefläche mit der höchsten Kontaktzahl steht den meisten Geschäften bereits zur Verfügung und wird zweimal im Jahr gewechselt.

29.12.2025 2 Min. Lesezeit 360 Wörter
Das Schaufenster, das verkauft

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Schaufenster hat drei Sekunden, um jemanden zum Stehenbleiben zu bringen.
  • Wechsel alle zwei bis vier Wochen ist die Mindestfrequenz.
  • Beleuchtung nach Ladenschluss verdoppelt die Wirkungsdauer.

Ein Schaufenster in einer Fußgängerzone hat je nach Lage 500 bis 5.000 Sichtkontakte am Tag. Es ist bereits bezahlt, es kostet keine Miete zusätzlich, und es wird in vielen Geschäften zweimal im Jahr verändert.

Die drei Sekunden

Ein Passant geht mit etwa fünf Kilometern pro Stunde. Bei einer Schaufensterbreite von vier Metern hat das Fenster knapp drei Sekunden.

In dieser Zeit muss eine Frage beantwortet werden: Ist hier etwas für mich? Nicht: Was gibt es hier alles?

Ein Thema statt Sortiment

Der häufigste Fehler ist, möglichst viel zu zeigen. Ein volles Fenster wird als Fläche wahrgenommen, nicht als Angebot.

Wirksam ist die Reduktion:

  1. Ein Thema, eine Warengruppe oder ein Anlass.
  2. Drei bis sieben Objekte, nicht dreißig.
  3. Eine Aussage in großer Schrift, aus fünf Metern lesbar.
  4. Ein Preis oder eine Preisspanne.
  5. Freiraum um die Objekte.
Ein Schaufenster mit drei Objekten und einem Satz wird gelesen. Eines mit dreißig Objekten wird als Auslage wahrgenommen und überflogen.

Der Wechselrhythmus

FrequenzWirkung
Wöchentlichideal bei täglicher Laufkundschaft
Alle zwei Wochenguter Standard
Monatlichvertretbar
Quartalsweisewird von Stammpassanten nicht mehr gesehen
Zweimal jährlichwirkungslos

Wer täglich vorbeigeht, blendet ein unverändertes Fenster nach etwa einer Woche aus. Der Wechsel ist wichtiger als die Perfektion der Gestaltung.

Beleuchtung

Ein beleuchtetes Fenster wirkt auch nach Ladenschluss, in den dunklen Monaten also während der Hälfte der Zeit, in der Menschen vorbeigehen.

Die Kosten sind gering: Moderne Beleuchtung mit Zeitschaltung kostet wenige Euro im Monat. Der Gewinn an Wirkungsdauer beträgt in den Wintermonaten das Doppelte.

Achten Sie auf die Ausrichtung: Strahler sollten die Ware anleuchten, nicht die Scheibe. Falsch gerichtete Strahler erzeugen Blendung und Spiegelungen.

Was Passanten aufhält

Beobachtungen in Einkaufsstraßen zeigen wiederkehrende Muster. Menschen bleiben stehen bei:

  • Bewegung, auch minimaler.
  • Ungewöhnlichen Größenverhältnissen, etwa einem sehr großen Objekt.
  • Erkennbaren Preisen bei attraktiven Waren.
  • Handgeschriebenen Elementen, weil sie persönlich wirken.
  • Etwas, das man ansehen muss, um es zu verstehen.

Sie bleiben nicht stehen bei: gleichmäßig verteilter Ware, wiederholten Elementen, Werbeplakaten von Herstellern und vollflächigen Aufklebern auf der Scheibe.

Die Scheibe selbst

Aufkleber auf der Scheibe reduzieren den Blick ins Geschäft. Ein Geschäft, in das man nicht hineinsehen kann, wird seltener betreten.

Beschränken Sie Beklebung auf die oberen und unteren Ränder und halten Sie die Sichtachse in Augenhöhe frei. Öffnungszeiten, Zahlungsarten und Barrierefreiheit gehören an die Tür, nicht ins Blickfeld.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man wechseln?

Alle zwei bis vier Wochen. Passanten, die täglich vorbeikommen, nehmen ein unverändertes Fenster nach einer Woche nicht mehr wahr.

Sollen Preise sichtbar sein?

Ja. Ein sichtbarer Preis erhöht die Eintrittswahrscheinlichkeit, weil er die Unsicherheit nimmt, ob das Geschäft zur eigenen Preisvorstellung passt.

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