
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
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Die meisten A/B-Tests im Mittelstand beweisen nichts, weil sie zu früh beendet werden. Wie viele Besucher Sie tatsächlich brauchen, lässt sich vorher ausrechnen.

A/B-Tests gelten als objektive Methode. Sie sind es nur, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: ausreichende Stichprobe, vorab festgelegte Laufzeit und eine einzige Änderung.
Abschlussquoten schwanken zufällig. Bei kleinen Zahlen ist der Zufall größer als der gemessene Unterschied.
| Ausgangsquote | Erhoffte Verbesserung | Besucher je Variante |
|---|---|---|
| 2 % | +50 % | rund 2.300 |
| 2 % | +20 % | rund 13.000 |
| 5 % | +20 % | rund 5.000 |
| 10 % | +20 % | rund 2.300 |
| 10 % | +5 % | rund 35.000 |
Die Tabelle zeigt das eigentliche Problem: Kleine Verbesserungen sind für kleine Websites nicht nachweisbar. Ein Betrieb mit 800 Besuchern im Monat kann keinen Test durchführen, der eine Verbesserung um 10 Prozent belegt, weil dafür Jahre nötig wären.
Die Reihenfolge ist nach erwarteter Wirkungsgröße sortiert. Die meisten Betriebe beginnen bei Punkt sechs.
Ein Testergebnis sagt: Unter den Bedingungen dieses Zeitraums, für diese Zielgruppe, war Variante B besser. Es sagt nicht, dass B immer besser ist.
Prüfen Sie deshalb nach der Umstellung, ob sich die Verbesserung im Alltag bestätigt. In der Praxis fällt ein erheblicher Teil der Testgewinne nach der dauerhaften Umstellung kleiner aus als im Test.
Bei 3 Prozent Ausgangsquote und einer erhofften Verbesserung um ein Fünftel braucht jede Variante etwa 8.000 Besucher. Bei 10 Prozent Verbesserung sind es rund 30.000.
Größere Änderungen testen. Wer nur 500 Besucher im Monat hat, kann keine Knopffarbe prüfen, wohl aber zwei völlig verschiedene Seitenkonzepte.
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