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Wie viel Werbebudget ist richtig

Prozent vom Umsatz ist die verbreitetste und schlechteste Methode. Drei bessere Wege, eine Zahl zu bestimmen, die zum Betrieb passt.

30.07.2026 2 Min. Lesezeit 404 Wörter
Wie viel Werbebudget ist richtig

Das Wichtigste in Kürze

  • Prozent vom Vorjahresumsatz kürzt genau dann, wenn Werbung am nötigsten wäre.
  • Rechnen Sie vom Ziel rückwärts über Deckungsbeitrag und Abschlussquoten.
  • Ein Mindestbudget je Kanal ist wichtiger als die Gesamtsumme.

Die Frage nach der richtigen Höhe des Werbebudgets wird in den meisten Betrieben mit einem Prozentsatz vom Vorjahresumsatz beantwortet. Diese Methode ist bequem, verbreitet und in ihrer Logik verkehrt herum.

Warum Prozent vom Umsatz schadet

Der Umsatz des Vorjahres ist das Ergebnis vergangener Werbung. Wenn er sinkt, sinkt nach dieser Methode auch das Werbebudget. Sie kürzen also genau in dem Moment, in dem Sie am dringendsten Nachfrage bräuchten. Der Effekt verstärkt sich selbst und wird über zwei oder drei Jahre schwer umkehrbar.

Prozent vom Umsatz ist keine Planung, sondern eine Rückkopplung. Sie belohnt gute Jahre und bestraft schlechte, obwohl die Logik umgekehrt sein müsste.

Methode 1: vom Ziel rückwärts rechnen

Diese Methode ist die einzige, die eine begründbare Zahl liefert.

  1. Wie viele zusätzliche Aufträge wollen Sie im Jahr?
  2. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag je Auftrag?
  3. Wie viele Anfragen brauchen Sie je Auftrag?
  4. Was kostet eine Anfrage in Ihren Kanälen erfahrungsgemäß?
  5. Wie viel Prozent des Deckungsbeitrags dürfen in Werbung fließen?

Ein Beispiel: 60 zusätzliche Aufträge, 1.800 Euro Deckungsbeitrag, drei Anfragen je Auftrag, 55 Euro je Anfrage. Das ergibt 180 Anfragen zu 9.900 Euro, also 165 Euro Werbekosten je Auftrag oder 9 Prozent des Deckungsbeitrags. Das ist vertretbar.

Methode 2: Wettbewerbsanteil

Wenn Sie wissen, wie groß Ihr Markt ist und welchen Anteil Sie halten, lässt sich ein Zielanteil an der Werbeausgabe des Marktes ableiten. Wer Marktanteil gewinnen will, muss einen überproportionalen Werbeanteil halten, üblicherweise das 1,3- bis 1,5-Fache des angestrebten Marktanteils.

Diese Methode ist im lokalen Geschäft schwer anwendbar, weil die Zahlen fehlen. Im B2B mit überschaubarem Wettbewerb funktioniert sie.

Methode 3: Mindestbudget je Kanal

Oft ist die richtige Frage nicht, wie viel Sie insgesamt ausgeben, sondern wie viele Kanäle Sie sich leisten können.

KanalSinnvolles Mindestbudget je Monat
Suchanzeigen lokal400 bis 800 €
Suchanzeigen B2B1.500 bis 3.000 €
Soziale Netzwerke600 bis 1.200 €
Bewegtbild800 bis 2.000 €
Plakat lokal900 bis 2.500 €
Radio regional3.000 bis 8.000 €
Fachzeitschrift1.200 bis 4.000 €

Wer 1.500 Euro im Monat hat, kann genau einen Kanal ernsthaft betreiben oder zwei schlecht. Die Entscheidung für einen ist fast immer die bessere.

Der Anteil, der oft vergessen wird

Ein Werbebudget besteht nicht nur aus Mediakosten. Rechnen Sie ein:

  • Produktion von Motiven, Videos, Texten: 15 bis 30 Prozent des Mediabudgets.
  • Werkzeuge und Messung: 3 bis 8 Prozent.
  • Externe Betreuung: 10 bis 20 Prozent des Mediabudgets oder ein fester Satz.
  • Reserve für Nachsteuerung: 10 Prozent.

Ein Budget von 5.000 Euro, das vollständig in Mediakosten fließt, hat keine Motive und keine Messung. Realistisch sind dann 3.200 bis 3.500 Euro Media.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent vom Umsatz sind üblich?

Zwischen 2 und 5 Prozent im etablierten Mittelstand, 8 bis 15 Prozent bei Wachstumszielen, über 20 Prozent bei Markteintritt. Diese Werte sind eine Plausibilitätsprüfung, keine Planungsgrundlage.

Was tun, wenn das Budget nicht reicht?

Kanäle streichen, nicht Budgets verdünnen. Ein Kanal mit ausreichendem Budget schlägt vier mit jeweils zu wenig.

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