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Attributionsmodelle im Vergleich

Wem gehört ein Abschluss, an dem fünf Kanäle beteiligt waren? Die Antwort ist eine Entscheidung, keine Messung, und sie verschiebt Budgets in Millionenhöhe.

11.06.2026 2 Min. Lesezeit 379 Wörter
Attributionsmodelle im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Jedes Modell ist eine Setzung, keines ist objektiv richtig.
  • Letzter Klick unterschätzt alles, was am Anfang steht.
  • Wichtiger als das Modell ist, dass alle im Betrieb dasselbe verwenden.

Ein Kunde sieht ein Video, sucht drei Wochen später nach der Leistung, klickt auf eine Anzeige, kommt eine Woche danach über eine Suchmaschine direkt und ruft schließlich an. Fünf Kontakte, ein Auftrag. Wer bekommt ihn zugerechnet?

Die Modelle und ihre Verzerrung

ModellZuordnungBevorzugtBenachteiligt
Letzter Klick100 % auf den letztenMarke, WiederanspracheReichweite, Bewegtbild
Erster Klick100 % auf den erstenReichweiteAbschlusskanäle
Lineargleichmäßig auf allemittelständische Kanälekeine
Positionsbasiert40/20/40Anfang und EndeMitte
Zeitverlaufje näher, desto mehrAbschlusskanäleReichweite
Datengetriebenaus Daten berechnetkeine systematischbraucht Datenmenge

Der letzte Klick ist die Voreinstellung fast aller Werkzeuge und die stärkste Verzerrung. Er sorgt dafür, dass Markenbegriffe und Wiederansprache glänzen und Reichweitenkanäle nach Verschwendung aussehen.

Wer nach letztem Klick steuert, kürzt über die Jahre systematisch die Kanäle, die überhaupt Nachfrage erzeugen. Der Effekt ist langsam und dadurch schwer zuzuordnen.

Warum datengetriebene Modelle nicht die Lösung sind

Datengetriebene Zurechnung berechnet Anteile aus dem tatsächlichen Verhalten. Das klingt objektiv und hat drei Einschränkungen: Sie braucht eine erhebliche Datenmenge, sie ist nicht nachvollziehbar, und sie kennt nur Kanäle, die messbar sind. Plakate, Radio und Empfehlungen tauchen darin nie auf.

Für Betriebe mit unter 300 Abschlüssen im Monat liefert sie keine stabilen Ergebnisse.

Der pragmatische Weg

  1. Einigen Sie sich auf ein Modell und verwenden Sie es überall. Uneinheitliche Modelle in verschiedenen Berichten erzeugen Diskussionen, die nichts klären.
  2. Nehmen Sie ein positionsbasiertes Modell als Standard. Es ist erklärbar und weniger verzerrend als die Voreinstellung.
  3. Betrachten Sie zusätzlich die Pfadberichte. Nicht wer den Abschluss bekommt, sondern welche Kanalkombinationen häufig vorkommen.
  4. Ergänzen Sie eine Messung, die keinem Kanal gehört, also die Frage im Formular und die Gesamtnachfrage.

Was Sie in den Pfaden sehen

Der Bericht über die häufigsten Kontaktketten ist aufschlussreicher als jedes Modell. Typische Erkenntnisse:

  • Wie viele Kontakte im Schnitt vor einem Abschluss liegen, oft drei bis acht.
  • Welcher Kanal überdurchschnittlich oft am Anfang steht.
  • Welche Kombinationen häufiger zum Abschluss führen als andere.
  • Wie lang der Zeitraum vom ersten Kontakt bis zum Abschluss tatsächlich ist.

Der letzte Punkt hat sofortige Folgen: Wenn zwischen erstem Kontakt und Auftrag im Mittel 47 Tage liegen, ist ein Zurechnungsfenster von 30 Tagen zu kurz und schneidet einen Teil der Wirkung ab.

Die Grenze aller Modelle

Kein Modell erfasst, was offline passiert: das Gespräch am Gartenzaun, das Firmenfahrzeug in der Straße, die Empfehlung im Verein. In lokalen Geschäften sind das häufig die stärksten Kanäle. Deshalb bleibt die Selbstauskunft der Kundschaft eine notwendige Ergänzung, egal wie ausgefeilt die Technik ist.

Häufige Fragen

Welches Modell soll man nehmen?

Beginnen Sie mit einem positionsbasierten Modell, das Anfang und Ende stärker gewichtet. Es ist verständlich und weniger verzerrend als der letzte Klick.

Braucht ein kleiner Betrieb Attribution?

Ab drei parallel laufenden Kanälen ja. Darunter genügt die Frage im Kontaktformular.

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