
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
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Wem gehört ein Abschluss, an dem fünf Kanäle beteiligt waren? Die Antwort ist eine Entscheidung, keine Messung, und sie verschiebt Budgets in Millionenhöhe.

Ein Kunde sieht ein Video, sucht drei Wochen später nach der Leistung, klickt auf eine Anzeige, kommt eine Woche danach über eine Suchmaschine direkt und ruft schließlich an. Fünf Kontakte, ein Auftrag. Wer bekommt ihn zugerechnet?
| Modell | Zuordnung | Bevorzugt | Benachteiligt |
|---|---|---|---|
| Letzter Klick | 100 % auf den letzten | Marke, Wiederansprache | Reichweite, Bewegtbild |
| Erster Klick | 100 % auf den ersten | Reichweite | Abschlusskanäle |
| Linear | gleichmäßig auf alle | mittelständische Kanäle | keine |
| Positionsbasiert | 40/20/40 | Anfang und Ende | Mitte |
| Zeitverlauf | je näher, desto mehr | Abschlusskanäle | Reichweite |
| Datengetrieben | aus Daten berechnet | keine systematisch | braucht Datenmenge |
Der letzte Klick ist die Voreinstellung fast aller Werkzeuge und die stärkste Verzerrung. Er sorgt dafür, dass Markenbegriffe und Wiederansprache glänzen und Reichweitenkanäle nach Verschwendung aussehen.
Datengetriebene Zurechnung berechnet Anteile aus dem tatsächlichen Verhalten. Das klingt objektiv und hat drei Einschränkungen: Sie braucht eine erhebliche Datenmenge, sie ist nicht nachvollziehbar, und sie kennt nur Kanäle, die messbar sind. Plakate, Radio und Empfehlungen tauchen darin nie auf.
Für Betriebe mit unter 300 Abschlüssen im Monat liefert sie keine stabilen Ergebnisse.
Der Bericht über die häufigsten Kontaktketten ist aufschlussreicher als jedes Modell. Typische Erkenntnisse:
Der letzte Punkt hat sofortige Folgen: Wenn zwischen erstem Kontakt und Auftrag im Mittel 47 Tage liegen, ist ein Zurechnungsfenster von 30 Tagen zu kurz und schneidet einen Teil der Wirkung ab.
Kein Modell erfasst, was offline passiert: das Gespräch am Gartenzaun, das Firmenfahrzeug in der Straße, die Empfehlung im Verein. In lokalen Geschäften sind das häufig die stärksten Kanäle. Deshalb bleibt die Selbstauskunft der Kundschaft eine notwendige Ergänzung, egal wie ausgefeilt die Technik ist.
Beginnen Sie mit einem positionsbasierten Modell, das Anfang und Ende stärker gewichtet. Es ist verständlich und weniger verzerrend als der letzte Klick.
Ab drei parallel laufenden Kanälen ja. Darunter genügt die Frage im Kontaktformular.
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