
Zukunft der Werbung
Künstliche Intelligenz in der Werbung
Die Werkzeuge sind da, die Produktionskosten fallen, die Qualitätsansprüche steigen. Was sich tatsächlich ändert und was nur behauptet wird.
Zukunft der Werbung
Ein Sofa im eigenen Wohnzimmer sehen, bevor man es kauft. Wo AR ein echtes Problem löst, senkt sie Retouren. Wo sie nur beeindrucken soll, wird sie einmal benutzt.

Augmented Reality blendet virtuelle Objekte in die reale Umgebung ein, meist über die Kamera eines Telefons. In der Werbung wird sie häufig als Effekt eingesetzt und selten als Lösung eines Problems.
Der Nutzen entsteht, wenn eine konkrete Kaufunsicherheit beseitigt wird:
| Unsicherheit | AR-Anwendung | Wirkung |
|---|---|---|
| Passt das Möbelstück in den Raum? | Platzierung im Raum | hoch, senkt Retouren |
| Wie sieht die Farbe an meiner Wand aus? | Farbvorschau | hoch |
| Passt mir die Brille? | Anprobe im Gesicht | hoch |
| Wie groß ist das Gerät wirklich? | Maßstabsvorschau | mittel bis hoch |
| Wie sieht der Bodenbelag aus? | Flächenvorschau | hoch |
| Wie funktioniert das Produkt? | Erklärung am Objekt | mittel |
In allen Fällen geht es um Größe, Passform oder Wirkung im eigenen Umfeld. Genau das lässt sich mit Fotos nicht darstellen.
Die Anwendung ist nicht das Problem. Browser unterstützen AR inzwischen direkt, und Plattformen bieten fertige Formate.
Der Aufwand liegt in den Daten: Jedes Produkt braucht ein maßhaltiges 3D-Modell mit korrekten Materialien. Die Erstellung kostet je nach Komplexität 80 bis 800 Euro pro Artikel.
Bei einem Sortiment von 40 Artikeln sind das 3.200 bis 32.000 Euro. Diese Rechnung entscheidet, nicht die Technik.
Punkt drei spart häufig den größten Teil der Kosten und wird selten geprüft.
Neben der Produktdarstellung gibt es AR-Werbeformate in sozialen Netzwerken: Filter, Effekte, virtuelle Anproben. Sie erzeugen hohe Interaktionsraten und werden geteilt.
Der Nutzen ist eher Bekanntheit als Abverkauf. Für Marken mit visueller Komponente, etwa Kosmetik, Mode oder Brillen, funktioniert das gut. Für erklärungsbedürftige Dienstleistungen nicht.
AR ist kein Kanal, sondern eine Funktion. Sie erzeugt keine Reichweite und löst kein Bekanntheitsproblem. Sie verbessert die Entscheidungsgrundlage an einer bestimmten Stelle im Kaufprozess. Wer sie so einsetzt, bekommt einen messbaren Nutzen. Wer sie als Werbekampagne behandelt, bekommt eine einmalige Aufmerksamkeit.
Nur wenn Retouren ein echtes Kostenproblem sind und die Produkte sich eignen. Der Aufbau der 3D-Daten ist der teure Teil.
Nein. Moderne Browser unterstützen AR direkt, und die großen Plattformen bieten Formate ohne eigene Anwendung.
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