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KI-Texte redaktionell absichern

Der Entwurf kostet Minuten, die Prüfung kostet Stunden. Wer diese Rechnung ignoriert, veröffentlicht Fehler in großer Zahl.

29.11.2025 2 Min. Lesezeit 324 Wörter
KI-Texte redaktionell absichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahlen, Fristen und Rechtsangaben sind die häufigsten Fehlerquellen.
  • Sprachliche Muster verraten unredigierte Texte zuverlässig.
  • Ohne eigene Substanz bleibt ein Text austauschbar, egal wie gut er formuliert ist.

Der Entwurf eines Textes dauert heute Minuten. Die Prüfung dauert unverändert lange, und sie wird häufig ausgelassen. Daraus entsteht das eigentliche Risiko.

Die vier Prüfungen

1. Faktenprüfung. Jede Zahl, jede Frist, jede Rechtsangabe, jeder Eigenname wird gegen eine Quelle geprüft. Das ist die aufwändigste und wichtigste Prüfung.

2. Fachprüfung. Stimmt die Aussage fachlich? Ein Text kann sprachlich korrekt und fachlich falsch sein, und das fällt nur jemandem auf, der das Fach kennt.

3. Rechtsprüfung. Enthält der Text Werbeaussagen, die belegt werden müssen? Vergleiche, Superlative, Gesundheitsaussagen, Preisangaben.

4. Stilprüfung. Klingt der Text nach Ihrem Betrieb oder nach einem Durchschnitt aus allem?

Die Faktenprüfung ist nicht optional. Ein falscher Fördersatz, eine falsche Frist oder eine erfundene Studie kosten Vertrauen und können eine Abmahnung nach sich ziehen.

Die verräterischen Muster

Unredigierte Texte tragen erkennbare Merkmale:

MusterBeispiel
Doppelkonstruktion mit „nicht nur"zwei Eigenschaften künstlich gegenübergestellt
Gedankenstrich in Häufungmehrere je Absatz
Dreierliste ohne Grund„schnell, zuverlässig und professionell"
Einleitungsfloskel über die schnelllebige Gegenwartsagt nichts und steht überall
Zusammenfassender Schluss„Zusammenfassend lässt sich sagen"
Bewertende Adjektive ohne Beleg„hochwertig, innovativ, maßgeschneidert"
Ausgewogenheit ohne Aussage„Es kommt darauf an"

Diese Muster sind für sich genommen nicht falsch. In Häufung machen sie einen Text als ungeprüft erkennbar.

Was einen Text unaustauschbar macht

Nicht die Formulierung, sondern die Substanz. Fügen Sie hinzu, was kein System generieren kann:

  1. Eigene Zahlen aus dem Betrieb.
  2. Ein konkreter Fall mit Datum und Ergebnis.
  3. Eine Einschätzung, die dem Mainstream widerspricht.
  4. Ein Preis, eine Frist, eine Zusage.
  5. Ein Fehler, den Sie gemacht haben, und was daraus folgte.
  6. Eine Quelle, die überprüfbar ist.

Punkt fünf ist der wirksamste und wird am seltensten genutzt. Ein Betrieb, der beschreibt, was schiefging, wirkt glaubwürdiger als einer, der nur Erfolge nennt.

Ein praktikabler Ablauf

  • Entwurf erzeugen, mit klaren Vorgaben zu Ton, Länge und Zielgruppe.
  • Alles streichen, was nicht belegt ist.
  • Eigene Substanz ergänzen, mindestens drei Punkte aus der Liste oben.
  • Sprachliche Muster entfernen.
  • Von einer Person aus dem Fach lesen lassen.
  • Erst dann veröffentlichen.

Dieser Ablauf dauert bei einem Text von 800 Wörtern etwa 45 Minuten. Wer ihn auslässt, spart 45 Minuten und riskiert erheblich mehr.

Häufige Fragen

Woran erkennt man unredigierte Texte?

An wiederkehrenden Satzmustern, an Gedankenstrichen in ungewöhnlicher Häufung, an Dreierlisten, an Formulierungen wie „nicht nur, sondern auch" und an Aussagen ohne Zahlen.

Schadet das der Auffindbarkeit?

Nicht der Entstehungsweg, sondern fehlende Substanz. Ein Text ohne eigene Information ist austauschbar und wird entsprechend behandelt.

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