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Zukunft der Werbung

Connected TV statt klassischem Spot

Der Fernseher ist internetfähig geworden, und damit wurde aus einem Massenmedium ein steuerbarer Kanal. Für regionale Werbetreibende ändert das alles.

26.10.2025 2 Min. Lesezeit 301 Wörter
Connected TV statt klassischem Spot

Das Wichtigste in Kürze

  • Ausrichtung nach Region und Merkmalen statt nach Sendeplatz.
  • Werbung wird nicht übersprungen, weil sie nicht überspringbar ist.
  • Die Produktionskosten bleiben die eigentliche Hürde.

Der Fernseher im Wohnzimmer ist zu einem adressierbaren Werbeträger geworden. Für regional tätige Werbetreibende ist damit ein Kanal zugänglich, der jahrzehntelang unbezahlbar war.

Was anders ist

MerkmalKlassisches FernsehenConnected TV
BuchungseinheitSendeplatzKontakt
AusrichtungSender und UhrzeitRegion, Haushalt, Interesse
Mindestbudgetfünfstelligvierstellig
MessungPanelhochrechnungtatsächliche Auslieferung
Frequenzsteuerungbegrenztgenau
VorlaufWochenTage

Die fünfte Zeile wird unterschätzt. Im klassischen Fernsehen sehen manche Haushalte einen Spot fünfzehnmal und andere nie. Mit Frequenzsteuerung lässt sich das Budget gleichmäßig verteilen.

Ein Spot, der jeden Haushalt drei- bis viermal erreicht, wirkt stärker als einer, der ein Fünftel der Haushalte zwanzigmal erreicht und den Rest gar nicht.

Die Produktion bleibt die Hürde

Die Schaltung ist günstig geworden, die Produktion nicht. Ein brauchbarer Spot kostet weiterhin einen mittleren vierstelligen bis fünfstelligen Betrag.

Wege, die Kosten zu senken:

  1. Vorhandenes Bildmaterial nutzen, ergänzt um Sprecher und Schnitt.
  2. Einen Drehtag für mehrere Spots gleichzeitig nutzen.
  3. Zeitlose Gestaltung, damit der Spot mehrere Jahre läuft.
  4. Modulare Endkarten, die ohne Neuproduktion ausgetauscht werden.
  5. Regionale Produktionsfirmen statt Werbefilmproduktion.

Punkt drei ist wirtschaftlich entscheidend: Ein Spot für 12.000 Euro, der drei Jahre läuft, kostet 4.000 Euro im Jahr.

Was in einem Spot funktioniert

Die Aufmerksamkeit ist höher als online, weil der Bildschirm groß ist und nicht weggeklickt werden kann. Trotzdem gelten Grundregeln:

  • Eine Botschaft, nicht drei.
  • Der Ort in den ersten fünf Sekunden, wenn Sie regional werben.
  • Ein Endbild mit Name, Leistung und Ort, mindestens drei Sekunden stehend.
  • Guter Ton, weil Fernseher gute Lautsprecher haben.
  • Kein Kleingedrucktes, es wird nicht gelesen.

Die Messung

Sie sehen tatsächliche Auslieferungen, Abschlussraten und Frequenzen. Was Sie nicht sehen, ist die Verbindung zum Kauf, weil zwischen Fernseher und Kaufhandlung kein Klick liegt.

Messen Sie deshalb wie bei anderen Bekanntheitskanälen: Markensuchanfragen, Direktzugriffe, und wenn möglich ein Regionalvergleich zwischen bespieltem und nicht bespieltem Gebiet.

Wann sich der Kanal lohnt

Bei einem Einzugsgebiet ab etwa 100.000 Einwohnern, bei erklärungsbedürftigen Leistungen, die von Bewegtbild profitieren, und wenn Kapazität für zusätzliche Nachfrage besteht. Bei sehr kleinen Einzugsgebieten bleibt lokale Werbung günstiger.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich das von klassischer Fernsehwerbung?

In der Buchbarkeit. Statt Sendeplätze zu kaufen, kaufen Sie Kontakte mit bestimmten Merkmalen, ähnlich wie in der Onlinewerbung.

Ab welchem Budget?

Sinnvolle Kampagnen sind ab etwa 2.000 bis 3.000 Euro im Monat möglich, deutlich unter klassischen Fernsehbudgets.

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