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Zukunft der Werbung

Datenräume und Clean Rooms

Zwei Unternehmen wollen Daten vergleichen, ohne sie einander zu zeigen. Datenräume lösen dieses Problem und sind für den Mittelstand meist überdimensioniert.

30.10.2025 2 Min. Lesezeit 299 Wörter
Datenräume und Clean Rooms

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Datenraum erlaubt Auswertungen ohne Übergabe von Rohdaten.
  • Der Nutzen entsteht erst bei großen Datenmengen.
  • Für kleinere Betriebe genügen einfachere Kooperationsformen.

Ein Datenraum ist eine technisch abgesicherte Umgebung, in der zwei oder mehr Parteien Daten zusammenführen und auswerten, ohne dass eine Seite die Rohdaten der anderen sieht. Ausgegeben werden nur aggregierte Ergebnisse.

Wofür sie eingesetzt werden

  1. Überschneidungsanalyse. Wie viele Kunden hat ein Händler mit einem Hersteller gemeinsam?
  2. Wirkungsmessung. Hat eine Kampagne bei Kunden zu Käufen geführt, ohne dass Personen identifiziert werden?
  3. Zielgruppenerweiterung. Ähnliche Profile finden, ohne Listen auszutauschen.
  4. Kampagnenaussteuerung zwischen Handel und Hersteller.

Der zweite Punkt ist der häufigste Anwendungsfall: Ein Hersteller will wissen, ob seine Werbung im Handel zu Käufen geführt hat, und der Handel gibt keine Kundendaten heraus.

Der Kern ist nicht Technik, sondern Vertrauen. Ein Datenraum ersetzt die Notwendigkeit, dem anderen die eigenen Kunden zu zeigen, durch eine überprüfbare technische Zusicherung.

Die rechtliche Einordnung

Auch in einem Datenraum werden personenbezogene Daten verarbeitet, jedenfalls beim Abgleich. Erforderlich sind daher:

  • Eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung auf beiden Seiten.
  • Klärung der Verantwortlichkeit, gemeinsam oder getrennt.
  • Ein Vertrag über die Zusammenarbeit mit klaren Zwecken.
  • Technische Maßnahmen, die Rückschlüsse auf Einzelpersonen ausschließen.
  • Mindestgrößen für Ergebnisgruppen, damit keine Reidentifikation möglich ist.

Der letzte Punkt ist entscheidend: Ein Ergebnis, das sich auf drei Personen bezieht, ist faktisch personenbezogen.

Warum das für den Mittelstand selten passt

VoraussetzungTypische Anforderung
Eigene Datenmengesechsstellig
Partner mit passenden Datenmindestens einer
Technische Betreuungvorhanden
Rechtliche Begleitungerforderlich
Laufende Kostenvier- bis fünfstellig jährlich

Ein Betrieb mit 3.000 Kunden erfüllt keine dieser Voraussetzungen sinnvoll.

Die einfachere Alternative

Für kleinere Kooperationen genügt der Austausch aggregierter Kennzahlen. Zwei Partner vereinbaren, welche Auswertungen sie jeweils selbst rechnen und welche Ergebnisse sie austauschen, etwa Anteile, Durchschnittswerte und Entwicklungen.

Das erfordert keine Technik, ist rechtlich unproblematisch und beantwortet die meisten praktischen Fragen einer Kooperation.

Was Sie stattdessen tun sollten

Investieren Sie zuerst in die Qualität der eigenen Daten. Ein sauberer, vollständiger und rechtlich abgesicherter eigener Bestand ist die Voraussetzung für jede spätere Kooperation und liefert schon allein den größeren Teil des Nutzens.

Häufige Fragen

Ab welcher Größe lohnt sich das?

Bei Datenbeständen im sechsstelligen Bereich und mehreren Kooperationspartnern. Darunter überwiegt der Aufwand.

Was ist die einfachere Alternative?

Aggregierte Auswertungen: Beide Seiten liefern Kennzahlen auf Gruppenebene, ohne Einzeldaten auszutauschen.

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