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Eigene Daten zu Pressethemen machen

In jedem Betrieb liegen Zahlen, die niemand sonst hat. Aufbereitet werden sie zu Pressethemen, die keine Werbeagentur erzeugen kann.

14.09.2025 2 Min. Lesezeit 284 Wörter
Eigene Daten zu Pressethemen machen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ihre Auftragsdaten enthalten Aussagen über Ihren Markt.
  • Eine Zahl mit lokalem Bezug wird von Lokalredaktionen fast immer genommen.
  • Methodik offenlegen, sonst ist die Zahl angreifbar.

Redaktionen suchen Zahlen. Zahlen mit lokalem oder branchenspezifischem Bezug sind besonders gefragt, weil sie schwer zu bekommen sind. Genau solche Zahlen liegen in jedem Betrieb.

Welche Daten sich eignen

DatenquelleMögliche Aussage
Auftragsdaten über 5 JahrePreisentwicklung, veränderte Nachfrage
Anfragen nach Themenworüber sich Menschen Sorgen machen
Reklamationen nach Ursachetypische Fehlerbilder
TerminverschiebungenAuslastung der Branche
MaterialkostenKostenentwicklung im Handwerk
Bewerbungen nach HerkunftArbeitsmarktentwicklung
Regionale Verteilungwo investiert wird

Die sechste Zeile ist für Lokalredaktionen besonders interessant: Wie viele Bewerbungen ein Handwerksbetrieb auf eine Ausbildungsstelle erhält, ist eine Zahl mit Nachrichtenwert.

Ein Sanitärbetrieb, der auswertet, dass sich die durchschnittliche Wartezeit auf einen Badumbau in fünf Jahren von 6 auf 19 Wochen verlängert hat, liefert eine Nachricht, die jede Lokalredaktion nimmt.

Die Aufbereitung

  1. Eine Frage stellen, die über den Betrieb hinausweist.
  2. Zeitraum und Grundgesamtheit festlegen, mindestens zwei Jahre.
  3. Auswerten und prüfen, ob das Ergebnis stabil ist.
  4. Aggregieren, keine Einzelfälle, keine Kundennamen.
  5. Methodik dokumentieren, Zahl der Vorgänge, Zeitraum, Region.
  6. Einordnen, was das bedeutet, mit einer Erklärung.

Punkt fünf ist die Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Eine Zahl ohne Methodik wird von jeder ernsthaften Redaktion hinterfragt.

Was zu beachten ist

  • Datenschutz. Aggregierte Auswertungen ohne Personenbezug sind unproblematisch. Sobald Rückschlüsse auf Einzelne möglich sind, nicht mehr.
  • Wettbewerbsrecht. Aussagen über den Markt müssen belegbar sein. Formulieren Sie als Aussage über Ihre eigenen Daten, nicht über den Gesamtmarkt.
  • Vertraulichkeit. Prüfen Sie, ob Verträge mit Kunden Aussagen über Projekte einschränken.
  • Grenzen benennen. Ihre Daten bilden Ihren Kundenkreis ab, nicht die Grundgesamtheit.

Punkt vier schützt Sie und erhöht zugleich die Glaubwürdigkeit.

Die Verbreitung

Eine gute Auswertung trägt mehrfach: als Pressemitteilung an lokale und Fachmedien, als Beitrag auf der eigenen Website, als Grundlage für einen Vortrag, als Inhalt für den Newsletter und als zitierfähige Zahl in künftigen Gesprächen.

Planen Sie deshalb einmal jährlich eine solche Auswertung. Der Aufwand von zwei bis vier Tagen liefert Material für zwölf Monate.

Häufige Fragen

Verrät man damit nicht Betriebsgeheimnisse?

Nicht bei aggregierten Auswertungen. Veröffentlicht werden Entwicklungen und Anteile, keine absoluten Umsätze oder Kundennamen.

Wie viele Daten braucht man?

Für eine belastbare Aussage einige hundert Vorgänge über mindestens zwei Jahre. Das haben die meisten Betriebe.

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