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Gewinnspiele rechtssicher durchführen

Ein Gewinnspiel ist schnell aufgesetzt und rechtlich anspruchsvoller als die meisten annehmen. Sechs Punkte müssen geregelt sein.

01.08.2025 2 Min. Lesezeit 305 Wörter
Gewinnspiele rechtssicher durchführen

Das Wichtigste in Kürze

  • Teilnahmebedingungen und Datenschutzhinweise sind Pflicht.
  • Die Kopplung an eine Werbeeinwilligung ist problematisch.
  • Plattformregeln kommen zu den gesetzlichen Anforderungen hinzu.

Gewinnspiele sind ein wirksames Mittel zur Reichweitensteigerung und rechtlich anspruchsvoller, als der Aufwand vermuten lässt.

Die sechs Pflichtpunkte

1. Teilnahmebedingungen. Vollständig, leicht zugänglich, vor der Teilnahme. Sie enthalten mindestens: Veranstalter, Teilnahmeberechtigung, Teilnahmezeitraum, Teilnahmeweg, Gewinne, Ermittlung der Gewinner, Benachrichtigung, Ausschlussgründe.

2. Datenschutzhinweise. Welche Daten werden erhoben, zu welchem Zweck, auf welcher Grundlage, wie lange gespeichert.

3. Teilnahmeberechtigung. Alter, Wohnsitz, Ausschluss von Mitarbeitenden und Angehörigen.

4. Transparenz der Gewinnermittlung. Nach welchem Verfahren, unter Ausschluss des Rechtswegs, mit Angabe des Zeitpunkts.

5. Kennzeichnung als Werbung, wenn das Gewinnspiel werblichen Zwecken dient und dies nicht offensichtlich ist.

6. Einhaltung der Plattformregeln, wenn es in sozialen Netzwerken stattfindet.

Punkt sechs wird regelmäßig übersehen. Die großen Plattformen haben eigene Regeln für Gewinnspiele, etwa Verbote bestimmter Teilnahmemechaniken. Ein Verstoß kann zur Löschung des Kontos führen, unabhängig von der Rechtslage.

Die Kopplung an eine Einwilligung

Häufig wird die Teilnahme an die Anmeldung zum Newsletter gekoppelt. Das ist rechtlich heikel, weil eine Einwilligung freiwillig sein muss.

Der sichere Weg: Die Teilnahme ist ohne Newsletter möglich, die Anmeldung ist ein zusätzliches, optionales Häkchen ohne Vorauswahl. Die Zahl der Anmeldungen sinkt dadurch, ihre Rechtsbeständigkeit steigt.

Beachten Sie zudem: Adressen aus Gewinnspielen haben typischerweise sehr niedrige Öffnungs- und Klickraten und belasten die Zustellbarkeit.

Die Abgrenzung zum Glücksspiel

Ein Gewinnspiel ohne Einsatz ist kein Glücksspiel. Sobald für die Teilnahme ein Entgelt verlangt wird, das über die Übermittlungskosten hinausgeht, kann Glücksspielrecht greifen, mit Erlaubnispflicht.

Kostenpflichtige Telefonnummern zur Teilnahme sind deshalb kritisch zu bewerten.

Steuerliche Behandlung

Sachpreise können beim Gewinner steuerpflichtig sein. Bei höherwertigen Preisen kommt eine pauschale Besteuerung durch den Veranstalter in Betracht.

Klären Sie das vorab und weisen Sie in den Teilnahmebedingungen darauf hin, wer eine etwaige Steuer trägt.

Die praktische Empfehlung

Für ein Gewinnspiel mit überschaubarem Wert reicht eine sorgfältig erstellte Seite mit Teilnahmebedingungen. Für Aktionen mit hohem Preiswert, mehreren Ländern oder Kooperationspartnern lohnt eine rechtliche Prüfung.

Häufige Fragen

Darf die Teilnahme an eine Newsletter-Anmeldung gekoppelt werden?

Rechtlich heikel. Eine Einwilligung muss freiwillig sein, und die Kopplung an einen Vorteil stellt die Freiwilligkeit in Frage. Sicherer ist eine getrennte, optionale Anmeldung.

Braucht ein Gewinnspiel eine Genehmigung?

Reine Gewinnspiele ohne Einsatz nicht. Sobald ein Entgelt für die Teilnahme verlangt wird, kann Glücksspielrecht greifen.

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