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Suchkampagnen: die Struktur, die dauerhaft funktioniert
Die meisten Konten wachsen wild. Nach zwei Jahren weiß niemand mehr, welche Anzeigengruppe warum existiert. Eine Struktur, die auch nach hundert Änderungen noch lesbar ist.
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Der Klickpreis ist die am häufigsten falsch verstandene Zahl im Onlinemarketing. Wer nur auf ihn schaut, zahlt am Ende mehr pro Kunde als der Wettbewerber mit dem teureren Klick.

Wer zum ersten Mal in ein Google-Ads-Konto schaut, sieht eine Zahl: den durchschnittlichen Klickpreis. Sie ist verführerisch einfach und führt regelmäßig zu falschen Entscheidungen. Denn der Klickpreis sagt nichts darüber aus, was ein Kunde kostet.
Jede Suchanfrage löst eine Auktion aus. Wer teilnimmt, wird nicht allein nach dem höchsten Gebot sortiert, sondern nach einem Produkt aus Gebot und Anzeigenrang. In den Anzeigenrang fließen die erwartete Klickrate, die Relevanz der Anzeige zur Suchanfrage und die Nutzererfahrung auf der Zielseite ein.
Daraus folgt eine Regel, die viele überrascht: Sie zahlen nicht Ihr Gebot, sondern nur so viel, wie nötig ist, um den nächstplatzierten Mitbewerber zu übertreffen. Eine bessere Anzeige senkt den tatsächlich gezahlten Preis, ohne dass Sie das Gebot anfassen.
Die Spannweite ist erheblich. Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte aus dem deutschsprachigen Markt für generische Suchbegriffe mit klarer Kaufabsicht. Markenbegriffe liegen deutlich darunter, oft bei 10 bis 30 Cent.
| Branche | Klickpreis | Typische Abschlussquote | Kosten je Anfrage |
|---|---|---|---|
| Handwerk, Notdienst | 3 bis 8 € | 8 bis 15 % | 25 bis 90 € |
| Onlinehandel | 0,40 bis 1,50 € | 1 bis 3 % | 20 bis 120 € |
| Rechtsberatung | 8 bis 25 € | 5 bis 10 % | 90 bis 400 € |
| Versicherung, Finanzen | 6 bis 30 € | 3 bis 8 % | 90 bis 800 € |
| Gastronomie, lokal | 0,50 bis 2 € | 10 bis 20 % | 3 bis 20 € |
| B2B-Industrie | 3 bis 12 € | 2 bis 5 % | 80 bis 500 € |
Die vierte Spalte ist die einzige, die zählt. Ein Klick für 25 Euro in der Rechtsberatung kann günstiger sein als ein Klick für 40 Cent im Handel, wenn dahinter ein Mandat mit vierstelligem Honorar steht.
Drehen Sie die Reihenfolge um. Beginnen Sie nicht beim Klickpreis, sondern beim Deckungsbeitrag.
Ein Beispiel: Ein Sanitärbetrieb verdient an einer Badsanierung im Schnitt 2.400 Euro Deckungsbeitrag. Jede vierte qualifizierte Anfrage führt zum Auftrag, jede zwölfte Klickerin oder jeder zwölfte Klicker fragt an. Ein Auftrag kostet also 48 Klicks. Bei einem Zielanteil von 15 Prozent Werbekosten am Deckungsbeitrag stehen 360 Euro je Auftrag zur Verfügung, das sind 7,50 Euro je Klick. Bei einem Marktpreis von 5 Euro ist der Kanal klar profitabel.
In den meisten Konten, die zum ersten Mal geprüft werden, finden sich dieselben vier Löcher.
Mit 500 Euro im Monat lässt sich in einem lokalen Markt ein einzelnes Leistungsfeld belegen, nicht mehr. Wer drei Leistungen, zwei Städte und zwei Sprachen gleichzeitig bewerben will, verteilt das Geld so dünn, dass keine Kampagne ihre Lernphase abschließt. Die Lernphase eines Algorithmus braucht etwa 30 Abschlüsse in 30 Tagen, um verlässlich zu steuern. Wer diese Schwelle nicht erreicht, sollte manuell auf Klickpreise steuern statt auf Abschlüsse.
Nach drei Monaten mit sauberer Messung, gepflegter Ausschlussliste und mindestens 300 Klicks je Anzeigengruppe haben Sie genug Daten. Liegen die Kosten je Auftrag dann dauerhaft über Ihrem Deckungsbeitrag, ist die Suchanzeige für dieses Angebot der falsche Kanal. Das ist kein Scheitern, sondern ein Ergebnis. Prüfen Sie dann, ob das Problem im Kanal liegt oder im Angebot selbst.
Für belastbare Daten brauchen Sie etwa 100 Klicks je Anzeigengruppe und Monat. Bei 2 Euro Klickpreis sind das 200 Euro pro Anzeigengruppe, bei 12 Euro entsprechend 1.200 Euro. Weniger liefert Zahlen, aus denen sich nichts ableiten lässt.
Weil Ihre Mitbewerber ihre Gebote erhöhen oder neue Anbieter in die Auktion eintreten. Der Preis ist kein Tarif, sondern ein Marktergebnis, das sich stündlich ändert.
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