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Google Ads: Was Klicks 2026 wirklich kosten

Der Klickpreis ist die am häufigsten falsch verstandene Zahl im Onlinemarketing. Wer nur auf ihn schaut, zahlt am Ende mehr pro Kunde als der Wettbewerber mit dem teureren Klick.

28.07.2026 3 Min. Lesezeit 630 Wörter
Google Ads: Was Klicks 2026 wirklich kosten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Klickpreis entsteht in einer Auktion und hängt stärker von der Anzeigenqualität ab als vom Gebot.
  • Rechnen Sie in Kosten je Anfrage, nicht in Kosten je Klick.
  • Zwischen Branchen liegen Faktoren von 20, innerhalb einer Branche Faktoren von 3.

Wer zum ersten Mal in ein Google-Ads-Konto schaut, sieht eine Zahl: den durchschnittlichen Klickpreis. Sie ist verführerisch einfach und führt regelmäßig zu falschen Entscheidungen. Denn der Klickpreis sagt nichts darüber aus, was ein Kunde kostet.

Wie der Preis überhaupt entsteht

Jede Suchanfrage löst eine Auktion aus. Wer teilnimmt, wird nicht allein nach dem höchsten Gebot sortiert, sondern nach einem Produkt aus Gebot und Anzeigenrang. In den Anzeigenrang fließen die erwartete Klickrate, die Relevanz der Anzeige zur Suchanfrage und die Nutzererfahrung auf der Zielseite ein.

Daraus folgt eine Regel, die viele überrascht: Sie zahlen nicht Ihr Gebot, sondern nur so viel, wie nötig ist, um den nächstplatzierten Mitbewerber zu übertreffen. Eine bessere Anzeige senkt den tatsächlich gezahlten Preis, ohne dass Sie das Gebot anfassen.

Zwei Wettbewerber mit identischem Gebot zahlen nicht denselben Preis. Wer die relevantere Anzeige und die schnellere Zielseite hat, zahlt spürbar weniger für dieselbe Position.

Was Klicks in verschiedenen Branchen kosten

Die Spannweite ist erheblich. Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte aus dem deutschsprachigen Markt für generische Suchbegriffe mit klarer Kaufabsicht. Markenbegriffe liegen deutlich darunter, oft bei 10 bis 30 Cent.

BrancheKlickpreisTypische AbschlussquoteKosten je Anfrage
Handwerk, Notdienst3 bis 8 €8 bis 15 %25 bis 90 €
Onlinehandel0,40 bis 1,50 €1 bis 3 %20 bis 120 €
Rechtsberatung8 bis 25 €5 bis 10 %90 bis 400 €
Versicherung, Finanzen6 bis 30 €3 bis 8 %90 bis 800 €
Gastronomie, lokal0,50 bis 2 €10 bis 20 %3 bis 20 €
B2B-Industrie3 bis 12 €2 bis 5 %80 bis 500 €

Die vierte Spalte ist die einzige, die zählt. Ein Klick für 25 Euro in der Rechtsberatung kann günstiger sein als ein Klick für 40 Cent im Handel, wenn dahinter ein Mandat mit vierstelligem Honorar steht.

Die Rechnung, die Sie aufmachen müssen

Drehen Sie die Reihenfolge um. Beginnen Sie nicht beim Klickpreis, sondern beim Deckungsbeitrag.

  1. Wie viel bleibt bei einem durchschnittlichen Auftrag nach allen variablen Kosten übrig?
  2. Wie viele Anfragen brauchen Sie für einen Auftrag?
  3. Wie viele Klicks brauchen Sie für eine Anfrage?
  4. Erst jetzt wissen Sie, was ein Klick höchstens kosten darf.

Ein Beispiel: Ein Sanitärbetrieb verdient an einer Badsanierung im Schnitt 2.400 Euro Deckungsbeitrag. Jede vierte qualifizierte Anfrage führt zum Auftrag, jede zwölfte Klickerin oder jeder zwölfte Klicker fragt an. Ein Auftrag kostet also 48 Klicks. Bei einem Zielanteil von 15 Prozent Werbekosten am Deckungsbeitrag stehen 360 Euro je Auftrag zur Verfügung, das sind 7,50 Euro je Klick. Bei einem Marktpreis von 5 Euro ist der Kanal klar profitabel.

Wo Budget üblicherweise versickert

In den meisten Konten, die zum ersten Mal geprüft werden, finden sich dieselben vier Löcher.

  • Suchanfragen ohne Kaufabsicht. Wer auf „Bad renovieren Kosten" bietet, bekommt viele Leserinnen und Leser, aber wenige Kundinnen und Kunden. Das ist nicht per se falsch, muss aber ein eigenes Ziel haben.
  • Fehlende Ausschlussliste. Begriffe wie kostenlos, Job, Ausbildung, gebraucht, selber machen verbrennen zuverlässig Geld.
  • Standortsteuerung auf Standardeinstellung. Die Voreinstellung schließt Personen ein, die sich lediglich für die Region interessieren. Für einen lokalen Betrieb ist das eine teure Ausweitung.
  • Kein Zeitplan. Ein Notdienst braucht nachts Anzeigen, eine Steuerkanzlei nicht.

Was ein realistischer Startetat leistet

Mit 500 Euro im Monat lässt sich in einem lokalen Markt ein einzelnes Leistungsfeld belegen, nicht mehr. Wer drei Leistungen, zwei Städte und zwei Sprachen gleichzeitig bewerben will, verteilt das Geld so dünn, dass keine Kampagne ihre Lernphase abschließt. Die Lernphase eines Algorithmus braucht etwa 30 Abschlüsse in 30 Tagen, um verlässlich zu steuern. Wer diese Schwelle nicht erreicht, sollte manuell auf Klickpreise steuern statt auf Abschlüsse.

Wann Sie den Kanal ehrlich beenden sollten

Nach drei Monaten mit sauberer Messung, gepflegter Ausschlussliste und mindestens 300 Klicks je Anzeigengruppe haben Sie genug Daten. Liegen die Kosten je Auftrag dann dauerhaft über Ihrem Deckungsbeitrag, ist die Suchanzeige für dieses Angebot der falsche Kanal. Das ist kein Scheitern, sondern ein Ergebnis. Prüfen Sie dann, ob das Problem im Kanal liegt oder im Angebot selbst.

Häufige Fragen

Wie viel Budget braucht ein Einstieg?

Für belastbare Daten brauchen Sie etwa 100 Klicks je Anzeigengruppe und Monat. Bei 2 Euro Klickpreis sind das 200 Euro pro Anzeigengruppe, bei 12 Euro entsprechend 1.200 Euro. Weniger liefert Zahlen, aus denen sich nichts ableiten lässt.

Warum steigen meine Klickpreise ohne mein Zutun?

Weil Ihre Mitbewerber ihre Gebote erhöhen oder neue Anbieter in die Auktion eintreten. Der Preis ist kein Tarif, sondern ein Marktergebnis, das sich stündlich ändert.

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