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Die Handlungsaufforderung richtig formulieren

„Jetzt Kontakt aufnehmen" ist die häufigste und schwächste Formulierung. Was stattdessen wirkt, ist kein Trick, sondern eine Frage der Perspektive.

03.07.2026 2 Min. Lesezeit 382 Wörter
Die Handlungsaufforderung richtig formulieren

Das Wichtigste in Kürze

  • Formulieren Sie aus Sicht der handelnden Person, in der Ich-Form gedacht.
  • Eine Aufforderung je Seite, nicht drei.
  • Nennen Sie, was danach passiert, das senkt die Hemmschwelle mehr als jeder Rabatt.

Am Ende jedes Werbetextes steht eine Aufforderung. In den meisten Fällen lautet sie „Jetzt Kontakt aufnehmen" oder „Mehr erfahren". Beide Formulierungen haben ein Problem: Sie beschreiben, was das Unternehmen will, nicht was die Person bekommt.

Der Perspektivwechsel

Formulieren Sie die Aufforderung so, wie die Person sie denken würde.

StattBesser
Kontakt aufnehmenRückruf innerhalb von 2 Stunden anfordern
Mehr erfahrenPreisbeispiele ansehen
Anfrage sendenKostenloses Aufmaß vereinbaren
Jetzt kaufenIn den Warenkorb, Lieferung Donnerstag
Newsletter abonnierenCheckliste kostenlos erhalten
Termin buchenFreien Termin am Dienstag sichern

Der Unterschied liegt darin, dass die rechte Spalte einen Gegenwert benennt. Die linke beschreibt eine Verpflichtung ohne Gegenleistung.

Die Hemmschwelle senken

Menschen zögern nicht, weil sie kein Interesse haben, sondern weil sie nicht wissen, was danach passiert. Ein Anruf könnte ein Verkaufsgespräch werden, ein Formular könnte Werbung nach sich ziehen.

Nehmen Sie diese Sorge vorweg, direkt unter der Aufforderung:

  • „Wir rufen einmal zurück. Kein Newsletter, keine Weitergabe."
  • „Das Aufmaß dauert 20 Minuten und ist unverbindlich."
  • „Sie erhalten ein schriftliches Angebot, keine Vertreterbesuche."

Diese Sätze kosten eine Zeile und heben die Abschlussquote in der Praxis spürbar.

Die wirksamste Ergänzung einer Aufforderung ist nicht ein Anreiz, sondern die Beschreibung dessen, was als Nächstes geschieht.

Eine Handlung, mehrfach angeboten

Zwei verschiedene Aufforderungen auf einer Seite erzeugen eine Entscheidung, die niemand treffen will. Das Ergebnis ist, dass keine gewählt wird.

Richtig ist: eine Handlung, an mehreren Stellen wiederholt. Bei längeren Seiten nach dem ersten Sinnabschnitt, nach dem Beleg, am Ende. Bei kurzen Seiten oben und unten.

Eine Ausnahme gibt es: eine Hauptaufforderung und eine deutlich untergeordnete Ausweichmöglichkeit für Menschen, die noch nicht bereit sind. Etwa ein großer Knopf „Aufmaß vereinbaren" und darunter ein kleiner Textlink „Erst Preisbeispiele ansehen".

Gestaltung ist Teil der Formulierung

Die beste Formulierung wirkt nicht, wenn sie nicht gesehen wird.

  1. Der Knopf muss die auffälligste Farbe der Seite tragen und diese Farbe sonst nirgends.
  2. Er braucht ausreichend Freiraum, mindestens die Höhe des Knopfes selbst.
  3. Auf Mobiltelefonen mindestens 48 Pixel hoch, sonst wird danebengetippt.
  4. Der Text im Knopf beginnt mit einem Verb.
  5. Kein Text, der über zwei Zeilen läuft.

Was Sie messen sollten

Messen Sie nicht nur, wie oft geklickt wird, sondern auch, wie viele Menschen den Knopf überhaupt gesehen haben. Wenn nur 30 Prozent so weit scrollen, ist die Position das Problem, nicht der Text.

Vergleichen Sie außerdem die Abschlussquote nach dem Klick. Eine Aufforderung, die viele Klicks und wenige Abschlüsse erzeugt, hat zu viel versprochen.

Häufige Fragen

Wie viele Aufforderungen pro Seite?

Eine Handlung, mehrfach wiederholt. Zwei verschiedene Handlungen auf derselben Seite senken beide messbar.

Wirken Rabatte in der Aufforderung?

Kurzfristig ja, dauerhaft erziehen sie Kundschaft zum Warten. Ein Rabatt in der Standardaufforderung ist ein Preisnachlass, keine Werbung.

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