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Inhouse oder Agentur: die Rechnung

Eine eigene Kraft kostet mehr als die meisten denken und eine Agentur weniger. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern die Menge an wiederkehrender Arbeit.

11.07.2026 2 Min. Lesezeit 358 Wörter
Inhouse oder Agentur: die Rechnung

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Vollzeitkraft kostet mit Nebenkosten und Werkzeugen 65.000 bis 95.000 Euro im Jahr.
  • Unter etwa 8.000 Euro Mediabudget im Monat rechnet sich eine eigene Kraft selten.
  • Die stabilste Lösung ist meistens gemischt: Strategie und Inhalte innen, Handwerk außen.

Die Frage wird meist als Kostenvergleich geführt und dabei falsch gerechnet, weil auf der einen Seite ein Gehalt und auf der anderen eine Rechnung steht.

Was eine eigene Kraft tatsächlich kostet

PositionJahreskosten
Bruttogehalt Marketingfachkraft45.000 bis 62.000 €
Arbeitgeberanteile, rund 21 %9.500 bis 13.000 €
Arbeitsplatz, Geräte, Software3.000 bis 6.000 €
Fachwerkzeuge und Datenzugänge2.000 bis 8.000 €
Weiterbildung1.500 bis 3.000 €
Führungsaufwand, 2 Std./Woche4.000 bis 6.000 €
Summe65.000 bis 98.000 €

Das sind 5.400 bis 8.200 Euro im Monat, bevor ein Euro Werbung geschaltet wurde. Dazu kommen Ausfallzeiten: Urlaub, Krankheit, Einarbeitung, und das Risiko, dass die Person nach 18 Monaten wechselt und ihr Wissen mitnimmt.

Was eine Agentur kostet

Für laufende Betreuung von Suchanzeigen und sozialen Netzwerken sind 800 bis 2.500 Euro im Monat üblich, je nach Kanalzahl und Budget. Für zusätzliche Produktion von Motiven und Texten kommen Projektkosten hinzu.

Das ist rechnerisch deutlich günstiger. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern in der verfügbaren Zeit: Eine Betreuungspauschale von 1.200 Euro entspricht bei üblichen Sätzen etwa acht bis zwölf Stunden im Monat.

Die richtige Frage lautet nicht, was billiger ist, sondern wie viele Stunden echte Arbeit Ihr Marketing im Monat braucht. Bei unter 20 Stunden ist eine Agentur fast immer richtig, bei über 80 fast immer eine eigene Kraft.

Der Schwellenwert

Als Faustregel: Unterhalb von etwa 8.000 Euro monatlichem Mediabudget und ohne täglich neu entstehendes Material trägt sich eine Vollzeitkraft nicht. Darüber, und besonders bei viel eigener Bildproduktion, kippt die Rechnung.

Zwischen beiden Zuständen liegt eine lange Phase, in der eine Teilzeitkraft plus externe Spezialisierung die beste Lösung ist.

Die gemischte Aufteilung, die sich bewährt

AufgabeWoWarum
Strategie und Zieleinnenbraucht Kenntnis des Geschäfts
Fotos und Videos vom BetriebinnenZugang und Authentizität
Texte über Fachthemeninnen, redigiert außenFachwissen sitzt im Betrieb
Kampagnensteuerungaußenbraucht tägliche Routine
Gestaltungaußenbraucht Handwerk und Werkzeuge
Messung und Berichteaußen aufgesetzt, innen geleseneinmalige Einrichtung
Rechtliche PrüfungaußenHaftungsfrage

Diese Aufteilung nutzt den Vorteil beider Seiten: Der Betrieb liefert, was nur er hat, nämlich Fachwissen und Zugang. Die Agentur liefert Routine über viele Konten.

Was Sie in jedem Fall im Haus behalten müssen

Unabhängig von der Entscheidung gehören drei Dinge nach innen:

  1. Eigentum an allen Konten und Daten.
  2. Verständnis der eigenen Zahlen. Wer die Berichte nicht liest, kann nicht steuern.
  3. Die Entscheidung über Positionierung und Botschaft. Das ist Unternehmensführung, keine Dienstleistung.

Häufige Fragen

Was spricht für eine eigene Kraft?

Marktnähe, kurze Wege, Wissen bleibt im Haus. Das wiegt schwer bei erklärungsbedürftigen Produkten und in Betrieben mit täglich neuem Material.

Was spricht für eine Agentur?

Breite über viele Kanäle, Erfahrung aus anderen Konten, keine Ausfallzeiten durch Urlaub und Krankheit.

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