
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
Strategie & Handwerk
Eine eigene Kraft kostet mehr als die meisten denken und eine Agentur weniger. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern die Menge an wiederkehrender Arbeit.

Die Frage wird meist als Kostenvergleich geführt und dabei falsch gerechnet, weil auf der einen Seite ein Gehalt und auf der anderen eine Rechnung steht.
| Position | Jahreskosten |
|---|---|
| Bruttogehalt Marketingfachkraft | 45.000 bis 62.000 € |
| Arbeitgeberanteile, rund 21 % | 9.500 bis 13.000 € |
| Arbeitsplatz, Geräte, Software | 3.000 bis 6.000 € |
| Fachwerkzeuge und Datenzugänge | 2.000 bis 8.000 € |
| Weiterbildung | 1.500 bis 3.000 € |
| Führungsaufwand, 2 Std./Woche | 4.000 bis 6.000 € |
| Summe | 65.000 bis 98.000 € |
Das sind 5.400 bis 8.200 Euro im Monat, bevor ein Euro Werbung geschaltet wurde. Dazu kommen Ausfallzeiten: Urlaub, Krankheit, Einarbeitung, und das Risiko, dass die Person nach 18 Monaten wechselt und ihr Wissen mitnimmt.
Für laufende Betreuung von Suchanzeigen und sozialen Netzwerken sind 800 bis 2.500 Euro im Monat üblich, je nach Kanalzahl und Budget. Für zusätzliche Produktion von Motiven und Texten kommen Projektkosten hinzu.
Das ist rechnerisch deutlich günstiger. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern in der verfügbaren Zeit: Eine Betreuungspauschale von 1.200 Euro entspricht bei üblichen Sätzen etwa acht bis zwölf Stunden im Monat.
Als Faustregel: Unterhalb von etwa 8.000 Euro monatlichem Mediabudget und ohne täglich neu entstehendes Material trägt sich eine Vollzeitkraft nicht. Darüber, und besonders bei viel eigener Bildproduktion, kippt die Rechnung.
Zwischen beiden Zuständen liegt eine lange Phase, in der eine Teilzeitkraft plus externe Spezialisierung die beste Lösung ist.
| Aufgabe | Wo | Warum |
|---|---|---|
| Strategie und Ziele | innen | braucht Kenntnis des Geschäfts |
| Fotos und Videos vom Betrieb | innen | Zugang und Authentizität |
| Texte über Fachthemen | innen, redigiert außen | Fachwissen sitzt im Betrieb |
| Kampagnensteuerung | außen | braucht tägliche Routine |
| Gestaltung | außen | braucht Handwerk und Werkzeuge |
| Messung und Berichte | außen aufgesetzt, innen gelesen | einmalige Einrichtung |
| Rechtliche Prüfung | außen | Haftungsfrage |
Diese Aufteilung nutzt den Vorteil beider Seiten: Der Betrieb liefert, was nur er hat, nämlich Fachwissen und Zugang. Die Agentur liefert Routine über viele Konten.
Unabhängig von der Entscheidung gehören drei Dinge nach innen:
Marktnähe, kurze Wege, Wissen bleibt im Haus. Das wiegt schwer bei erklärungsbedürftigen Produkten und in Betrieben mit täglich neuem Material.
Breite über viele Kanäle, Erfahrung aus anderen Konten, keine Ausfallzeiten durch Urlaub und Krankheit.
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