
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
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Ein Bericht mit vierzig Zahlen wird nicht gelesen. Sechs Kennzahlen reichen, um ein Werbebudget zu steuern, und drei davon stehen in keinem Werbekonto.

Werbeberichte leiden an Überfluss. Die Werkzeuge liefern Hunderte Zahlen, und weil alle verfügbar sind, wandern alle in den Bericht. Das Ergebnis ist ein Dokument, das niemand liest und aus dem niemand eine Entscheidung ableitet.
| Nr. | Kennzahl | Quelle | Rhythmus |
|---|---|---|---|
| 1 | Kosten je qualifizierter Anfrage | Werbekonto und CRM | wöchentlich |
| 2 | Anfragen je Kanal, absolut | Formular und Telefon | wöchentlich |
| 3 | Quote Anfrage zu Auftrag | Vertrieb | monatlich |
| 4 | Kosten je Auftrag | Rechnung 1 durch 3 | monatlich |
| 5 | Deckungsbeitrag je Auftrag | Buchhaltung | quartalsweise |
| 6 | Markensuchanfragen | Suchkonsole | monatlich |
Die Kennzahlen 3 und 5 stehen in keinem Werbewerkzeug und sind die wichtigsten. Ohne sie lässt sich nicht sagen, ob Werbung Geld verdient.
Diese Definition müssen Sie treffen, sonst zählen Sie Formulare statt Interessenten. Eine brauchbare Definition enthält drei Bedingungen: Die Person ist im Liefergebiet, das Anliegen passt zum Leistungsangebot, und die Kontaktdaten sind erreichbar.
Alles andere ist eine Anfrage, aber keine, für die es sich lohnt zu zahlen. Betriebe, die diese Trennung einführen, stellen regelmäßig fest, dass 20 bis 40 Prozent der gemeldeten Abschlüsse nicht qualifiziert sind.
Diese Zahlen dürfen im Bericht auftauchen, aber nie eine Entscheidung tragen.
Eine Zahl ohne Vergleichsmaßstab ist nur eine Information. Setzen Sie zu jeder der sechs Kennzahlen drei Werte: den aktuellen Stand, das Ziel und die Schwelle, ab der etwas passieren muss.
Beispiel: Kosten je qualifizierter Anfrage aktuell 68 Euro, Ziel 55 Euro, Eingriffsschwelle 85 Euro. Damit ist im Voraus geklärt, wann gehandelt wird, und das Gespräch darüber findet nicht mehr im Moment der schlechten Zahl statt.
Ein monatlicher Bericht sollte auf eine Seite passen: die sechs Kennzahlen mit Vormonat und Vorjahresmonat, drei Sätze Erklärung zu den größten Abweichungen und eine Liste dessen, was im nächsten Monat geändert wird.
Alles Weitere gehört in eine Anlage, die im Zweifel geöffnet werden kann.
Wöchentlich die Handlungszahlen, monatlich die Wirkungszahlen, quartalsweise die Geschäftszahlen. Tägliches Prüfen führt zu Überreaktion auf Zufall.
Kosten je Auftrag im Verhältnis zum Deckungsbeitrag je Auftrag. Alles andere ist Zwischenschritt.
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