
Zukunft der Werbung
Künstliche Intelligenz in der Werbung
Die Werkzeuge sind da, die Produktionskosten fallen, die Qualitätsansprüche steigen. Was sich tatsächlich ändert und was nur behauptet wird.
Zukunft der Werbung
Werbung passend zum Inhalt statt zur Person. Das Verfahren galt als überholt und ist zurück, weil es ohne personenbezogene Daten funktioniert.

Bevor die Wiedererkennung von Personen üblich wurde, wurde Werbung nach dem Umfeld ausgewählt: eine Anzeige für Reifen im Motorteil, eine für Kochbücher im Ressort Essen. Dieses Verfahren kehrt zurück, aus zwei Gründen.
Rechtlich. Die Auswahl nach Seiteninhalt verarbeitet keine personenbezogenen Daten und braucht damit keine Einwilligung. Das erhöht die erreichbare Reichweite gegenüber einwilligungspflichtigen Verfahren erheblich.
Technisch. Die Erkennung von Inhalten ist deutlich besser geworden. Systeme erfassen heute Bedeutung, Stimmung und Kontext, nicht nur Stichwörter.
| Situation | Besser geeignet |
|---|---|
| Akuter Bedarf durch Ereignis | Kontext |
| Wiederkauf bei Bestandskunden | Person |
| Neueinführung in einem Fachmarkt | Kontext |
| Warenkorbabbruch | Person |
| Saisonale Nachfrage | Kontext |
| Langfristige Kundenbindung | Person |
| Erklärungsbedürftige Themen | Kontext |
Die gedankliche Situation ist bei ereignisgetriebenem Bedarf treffsicherer als jedes Personenmerkmal.
Moderne Verfahren erlauben mehr als die Auswahl eines Ressorts:
Punkt drei ist der Grund, warum reine Stichwortsteuerung nicht genügt. Eine Anzeige für Reisen neben einem Bericht über ein Flugzeugunglück trifft das Stichwort und die falsche Situation.
Beginnen Sie mit einer Positivliste: zehn bis dreißig Medien oder Themenbereiche, in denen Ihre Zielgruppe liest. Buchen Sie dort, messen Sie über einen Ausschalttest und erweitern Sie schrittweise.
Diese Vorgehensweise ist überschaubar, rechtlich unproblematisch und liefert innerhalb von zwei Monaten belastbare Erkenntnisse.
Kontexttargeting kann nicht erkennen, ob jemand bereits gekauft hat, ob er zur Zielgruppe gehört oder wie oft er die Anzeige schon gesehen hat. Frequenzbegrenzung und Ausschluss von Bestandskunden funktionieren nur eingeschränkt.
Für Neukundengewinnung ist das vertretbar, für Wiederansprache nicht. Beide Verfahren ergänzen sich also, statt sich zu ersetzen.
In vielen Kategorien nicht. Wer über Sturmschäden liest, ist für Dachdeckerwerbung empfänglicher als jemand, der demografisch passt, aber gerade an etwas anderes denkt.
Für die reine Umfeldauswahl nicht, weil keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Für Messung und Frequenzbegrenzung kann es anders aussehen.
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