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Redaktionen erhalten hunderte Mitteilungen am Tag und veröffentlichen wenige. Der Unterschied liegt fast immer im ersten Absatz und im fehlenden Nachrichtenwert.
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Im Ernstfall bleiben zwei Stunden für die erste Reaktion. Wer erst dann anfängt, Zuständigkeiten zu klären, hat den Zeitpunkt verpasst.

Eine Krise verläuft schneller als jede Abstimmungskette. Wer erst im Ernstfall klärt, wer entscheiden darf und wer sprechen soll, verliert die entscheidenden Stunden.
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Krisenteam | drei bis fünf Personen, namentlich, mit Vertretung |
| Sprecher | eine Person, mit Vertretung |
| Erreichbarkeit | private Nummern, auch am Wochenende |
| Entscheidungsbefugnis | wer darf ohne Rücksprache handeln |
| Kanäle | wo wird kommuniziert, in welcher Reihenfolge |
| Vorlagen | erste Stellungnahmen für wahrscheinliche Fälle |
| Externe Unterstützung | Kanzlei, Beratung, Kontaktdaten |
| Interne Information | wie erfahren Mitarbeitende davon |
Der letzte Punkt wird regelmäßig vergessen und ist der folgenreichste. Mitarbeitende, die aus der Presse von einer Krise im eigenen Betrieb erfahren, sprechen darüber, und zwar unkoordiniert.
Innerhalb von zwei bis vier Stunden muss eine erste Stellungnahme stehen. Sie enthält:
Punkt fünf ist der wichtigste. Ein zugesagter nächster Zeitpunkt nimmt Druck und verhindert Spekulation.
Was nicht hineingehört: Schuldzuweisungen, rechtliche Bewertungen, Relativierungen und der Satz, dass man sich zu laufenden Verfahren nicht äußert, wenn er die einzige Aussage ist.
Legen Sie für Ihre Branche vorbereitete Stellungnahmen an. Für die meisten Betriebe sind das:
Jede Vorlage ist eine halbe Seite mit Platzhaltern. Im Ernstfall spart das eine Stunde, und diese Stunde entscheidet.
Eine Vorbereitung ohne Übung funktioniert nicht. Spielen Sie einmal jährlich einen Fall durch, zwei Stunden, mit dem gesamten Team.
Dabei fällt regelmäßig auf: Telefonnummern stimmen nicht, Zugangsdaten fehlen, niemand weiß, wer die Website ändern kann, und die Vertretung ist im Urlaub.
Das sagen. Eine erste Stellungnahme kann lauten: Wir prüfen, was geschehen ist, und informieren bis 16 Uhr. Das ist besser als Schweigen.
Eine Person, benannt, mit Vertretung. Mehrere Stimmen erzeugen Widersprüche, und Widersprüche verlängern eine Krise.
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