
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
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Kurzfristige Werbung wirkt sofort und verpufft. Markenwerbung wirkt langsam und bleibt. Wer nur eines davon macht, zahlt in beiden Fällen drauf.

In fast jedem Werbebudget gibt es einen Konflikt zwischen zwei Aufgaben. Die eine holt Umsatz aus der Nachfrage, die schon existiert. Die andere sorgt dafür, dass es in zwei Jahren noch Nachfrage gibt. Die erste ist messbar, die zweite nicht sofort. Deshalb gewinnt in Budgetgesprächen fast immer die erste.
Zu jedem Zeitpunkt ist nur ein kleiner Teil eines Marktes kaufbereit. Je nach Kategorie liegt dieser Anteil zwischen ein und fünf Prozent im Quartal. Abverkaufswerbung spricht genau diesen Anteil an.
Die übrigen 95 bis 99 Prozent kaufen später. Wen sie dann anrufen, entscheidet sich nicht in dem Moment, sondern über die Zeit davor. Wer in dieser Zeit unsichtbar war, steht später in der Preisauktion.
Analysen von Werbewirkungsdaten über viele Kategorien hinweg kommen wiederholt auf ein Verhältnis von etwa 60 zu 40 zugunsten der Markenarbeit, gemessen über mehrere Jahre. Bei kurzen Kaufzyklen verschiebt es sich Richtung 50 zu 50, bei langen Investitionsgütern Richtung 70 zu 30.
| Geschäftsart | Marke | Abverkauf |
|---|---|---|
| Schnelldrehende Konsumgüter | 60 % | 40 % |
| Onlinehandel | 50 % | 50 % |
| Handwerk, lokale Dienstleistung | 45 % | 55 % |
| B2B-Investitionsgut | 65 % | 35 % |
| Neu am Markt | 30 % | 70 % |
Die letzte Zeile ist eine bewusste Ausnahme: Wer neu ist, braucht zuerst Umsatz zum Überleben. Der Aufbau kommt danach.
Markenwerbung ist nicht gleich Imagefilm. Im mittelständischen Rahmen sind es:
Markenwirkung ist messbar, nur nicht im Werbekonto.
Ergänzend: der Klickpreis für generische Suchbegriffe. Er sinkt tendenziell, wenn die Marke bekannter wird, weil die Klickrate steigt.
Wenn Budgets gekürzt werden, trifft es zuerst die Markenarbeit, weil sie kurzfristig nichts kostet. Die Rechnung kommt verzögert: Nach sechs bis achtzehn Monaten sinken Markensuchanfragen und Direktzugriffe, danach steigen die Kosten je Anfrage im Abverkauf, weil weniger Menschen den Namen kennen.
Zu diesem Zeitpunkt ist der Zusammenhang zur Kürzung nicht mehr sichtbar, und die übliche Reaktion ist, das Abverkaufsbudget zu erhöhen. Damit wird das Problem teurer statt kleiner.
Ja, im lokalen Rahmen. Sponsoring, Fahrzeugbeschriftung, ein wiederkehrendes Format in sozialen Medien und Pressearbeit sind Markenarbeit mit kleinem Budget.
An steigenden Suchanfragen nach dem eigenen Namen, an mehr Direktzugriffen und an sinkenden Klickpreisen für generische Begriffe.
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