
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
Strategie & Handwerk
Ein statistisches Verfahren, das den Beitrag jedes Kanals aus historischen Daten schätzt, ohne einzelne Personen zu verfolgen. Früher Konzernsache, heute auch darunter machbar.

Marketing-Mix-Modelling schätzt mit statistischen Verfahren, welchen Beitrag jeder Kanal zum Umsatz geleistet hat. Es arbeitet auf aggregierten Zeitreihen, nicht auf einzelnen Personen.
Es stammt aus den Siebzigerjahren und wurde von der klickbasierten Messung verdrängt. Drei Entwicklungen bringen es zurück:
Der dritte Punkt ist der wichtigste für Betriebe, die außerhalb des Netzes werben. Diese Kanäle tauchen in keiner klickbasierten Auswertung auf und werden deshalb systematisch unterschätzt.
| Daten | Auflösung | Zeitraum |
|---|---|---|
| Umsatz oder Aufträge | wöchentlich | 2 bis 3 Jahre |
| Werbeausgaben je Kanal | wöchentlich | gleicher Zeitraum |
| Preise und Aktionen | wöchentlich | gleicher Zeitraum |
| Saison und Feiertage | wöchentlich | gleicher Zeitraum |
| Wetter, wenn relevant | wöchentlich | gleicher Zeitraum |
| Wettbewerbsaktivität | wenn verfügbar | gleicher Zeitraum |
Die vierte und fünfte Zeile werden oft vergessen und sind entscheidend. Ein Gartenbaubetrieb, der Wetterdaten nicht einbezieht, schreibt dem Werbebudget zu, was der Frühling gemacht hat.
Drei Ergebnisse, die sich unmittelbar in Entscheidungen übersetzen:
Der zweite Punkt ist der praktisch wertvollste. Er beantwortet die Frage, die jede Budgetdiskussion begleitet: Wenn wir hier 20 Prozent mehr ausgeben, bekommen wir dann 20 Prozent mehr?
Punkt eins hat eine praktische Folge: Wer das Verfahren nutzen will, sollte die Budgets bewusst variieren, auch regional. Diese Variation ist die Datengrundlage.
Beginnen Sie klein: Legen Sie eine Tabelle mit wöchentlichen Werten für Umsatz, Werbeausgaben je Kanal, Aktionen und Feiertagen an und pflegen Sie sie ab sofort. Nach zwei Jahren haben Sie die Grundlage, unabhängig davon, wer die Auswertung später macht.
Diese Tabelle kostet zehn Minuten pro Woche und ist die einzige Vorbereitung, die sich nicht nachholen lässt.
Ab etwa 150.000 Euro Jahreswerbebudget und mindestens drei Kanälen. Darunter ist der Aufwand höher als der Erkenntnisgewinn.
Für eine einfache Umsetzung mit freier Software genügt jemand mit solider Statistikkenntnis. Für belastbare Ergebnisse ist externe Unterstützung sinnvoll.
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