
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
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Die Gründungsgeschichte in der Garage interessiert niemanden. Was wirkt, ist eine Geschichte, in der die Kundschaft die Hauptrolle spielt.

Storytelling ist zu einem Modewort geworden und wird meist so umgesetzt: Man erzählt die eigene Firmengeschichte, mit Gründungsjahr, Werten und einem Bild der Belegschaft. Das ist eine Chronik, keine Geschichte, und sie interessiert außerhalb des Betriebs niemanden.
In einer Geschichte, die wirkt, ist die Kundschaft die Hauptfigur. Ihr Unternehmen ist die Figur, die hilft, das Werkzeug übergibt, den Weg zeigt. Diese Rollenverteilung ist der ganze Unterschied.
| Rolle | Falsch besetzt | Richtig besetzt |
|---|---|---|
| Hauptfigur | das Unternehmen | die Kundin |
| Ziel | Umsatzwachstum | ein gelöstes Problem |
| Hindernis | Wettbewerb | Zweifel, Kosten, Aufwand |
| Helfer | keiner | das Unternehmen |
| Ergebnis | Auszeichnung | veränderter Alltag |
Punkt drei entscheidet. Eine Geschichte ohne Hindernis ist ein Bericht, und Berichte werden nicht zu Ende gelesen.
Der Unterschied zwischen glaubwürdig und kitschig liegt in der Ebene der Details.
Kitschig: „Wir waren für die Familie da, als sie uns brauchte." Glaubwürdig: „Der Rohbruch war am Karfreitag. Wir hatten zwei Leute im Bereitschaftsdienst und einen Trockner im Lager. Bis Ostermontag lief das Wasser wieder, die Wand blieb bis Mai offen."
Die zweite Fassung ist länger, nennt einen Nachteil und wirkt deshalb.
Nicht alle an eine Stelle. Verteilen Sie sie:
Kundengeschichten mit Namen, Foto oder erkennbaren Details brauchen eine Einwilligung. Anonymisierte Geschichten sind zulässig, dürfen aber nicht erfunden sein. Ein zusammengesetzter Fall aus mehreren echten Projekten ist zulässig, wenn er als Beispiel gekennzeichnet ist. Ein erfundener Erfahrungsbericht ist es nicht.
Nein, aber jedes hat mehrere. Die Frage ist nicht, ob es sie gibt, sondern ob jemand sie aufschreibt.
Details weglassen ja, erfinden nein. Eine erfundene Kundengeschichte ist irreführende Werbung und im Einzelfall abmahnfähig.
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