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Gestaltungsgrundlagen für Nicht-Designer

Vier Regeln trennen brauchbare Werbemittel von selbstgebastelten. Sie lassen sich an einem Nachmittag lernen und wirken sofort.

25.06.2026 2 Min. Lesezeit 357 Wörter
Gestaltungsgrundlagen für Nicht-Designer

Das Wichtigste in Kürze

  • Weißraum ist kein verschenkter Platz, sondern das wirksamste Gestaltungsmittel.
  • Höchstens zwei Schriften und drei Farben, überall.
  • Alles, was zusammengehört, muss auch nah beieinander stehen.

Gestaltung wirkt wie Geschmackssache und folgt tatsächlich wenigen Regeln. Wer vier davon beherrscht, produziert Werbemittel, die nicht mehr als selbstgebastelt erkennbar sind.

Regel 1: Nähe

Was inhaltlich zusammengehört, muss räumlich zusammenstehen. Eine Überschrift gehört näher an den Text, zu dem sie gehört, als an den darüber.

Der häufigste Fehler ist gleichmäßiger Abstand zwischen allen Elementen. Dadurch entsteht eine Liste ohne Struktur, und die lesende Person muss die Zusammenhänge selbst erschließen.

Praktisch: Verdoppeln Sie den Abstand zwischen Blöcken und halbieren Sie ihn innerhalb eines Blocks.

Regel 2: Ausrichtung

Alles auf einer Fläche muss an einer gemeinsamen Linie ausgerichtet sein. In den meisten Fällen ist das eine linke Kante.

Zentrierter Text wirkt gefällig und ist bei mehr als zwei Zeilen schwerer zu lesen, weil das Auge den Zeilenanfang suchen muss. Verwenden Sie ihn nur für kurze Überschriften.

Zeichnen Sie gedanklich Linien durch Ihr Layout. Jedes Element sollte auf einer davon liegen. Elemente, die auf keiner liegen, sind der Grund, warum etwas unruhig wirkt.

Regel 3: Kontrast

Wenn zwei Dinge verschieden sind, müssen sie deutlich verschieden sein. Eine Überschrift in 14 Punkt über Text in 12 Punkt wirkt wie ein Versehen. In 28 Punkt wirkt sie wie eine Entscheidung.

Das gilt für Größe, Gewicht, Farbe und Fläche gleichermaßen. Halbe Unterschiede erzeugen den Eindruck von Unentschlossenheit.

ElementVerhältnis zum Fließtext
Hauptüberschrift2,5- bis 4-fach
Zwischenüberschrift1,4- bis 1,8-fach
Bildunterschrift0,8-fach
Kleingedrucktes0,7-fach, nicht kleiner

Regel 4: Wiederholung

Was Sie einmal entschieden haben, wiederholen Sie überall. Dieselbe Farbe für alle Knöpfe, derselbe Abstand für alle Ränder, dieselbe Schriftgröße für alle Zwischenüberschriften.

Wiederholung erzeugt den Eindruck von System, und System wird als Professionalität gelesen.

Weißraum ist die halbe Miete

Der stärkste Unterschied zwischen professionellen und selbstgemachten Werbemitteln ist der Rand. Anfänger füllen die Fläche, weil leerer Platz wie Verschwendung wirkt.

Praktische Vorgaben: Außenrand mindestens 8 Prozent der kürzeren Seitenlänge. Zwischen Textblöcken mindestens eine Leerzeile Höhe. Um jeden Knopf mindestens die Knopfhöhe an freiem Raum.

Farben und Schriften begrenzen

Legen Sie fest: eine Hauptfarbe, eine Signalfarbe für Handlungsaufforderungen, ein bis zwei Grautöne. Mehr braucht kein mittelständischer Betrieb.

Bei Schriften: eine für Überschriften, eine für Text. Beide in höchstens drei Schnitten. Wer fünf Schriften mischt, erzeugt zuverlässig den Eindruck eines Aushangs am schwarzen Brett.

Häufige Fragen

Braucht man teure Software?

Nein. Die kostenlosen Onlinewerkzeuge reichen für Anzeigen und Beiträge in sozialen Netzwerken vollständig. Für Druck ab A3 und für Logos lohnt professionelle Hilfe.

Woran erkennt man selbstgemachte Werbung sofort?

An zu vielen Schriften, zu wenig Rand und zentriertem Text über mehrere Zeilen.

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