
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
Strategie & Handwerk
Ein Jahresplan ist keine Liste von Kampagnen, sondern eine Antwort auf die Frage, wann Ihre Kundschaft entscheidet. Er passt auf eine Seite.

Ein Werbeplan, der im Januar beginnt und im Dezember endet, folgt dem Kalender des Steuerberaters, nicht dem der Kundschaft. Der bessere Ausgangspunkt ist die Frage: In welchen Wochen entscheiden Menschen über das, was wir anbieten?
Nehmen Sie die Auftragseingänge der letzten drei Jahre, monatsweise, und bilden Sie den Mittelwert. Diese Kurve ist die Grundlage für alles Weitere.
Wichtig ist der Auftragseingang, nicht der Umsatz. Der Umsatz wird verbucht, wenn geliefert wird, und das ist bei Handwerk und Investitionsgütern oft Monate später.
Zwischen erstem Kontakt und Auftrag liegt Zeit. Ziehen Sie diese Zeit von der Saisonspitze ab, dann wissen Sie, wann die Werbung laufen muss.
| Geschäft | Typischer Vorlauf |
|---|---|
| Notdienst | Stunden |
| Handel, Verbrauchsgüter | Tage |
| Handwerk, Kleinauftrag | 2 bis 4 Wochen |
| Handwerk, Sanierung | 6 bis 16 Wochen |
| Immobilienkauf | 3 bis 9 Monate |
| B2B-Investition | 4 bis 12 Monate |
| Reise, Urlaub | 8 bis 20 Wochen |
Ein Gartenbaubetrieb mit Auftragsspitze im April muss im Januar und Februar werben, nicht im April. Das ist der häufigste Planungsfehler überhaupt.
Eine gleichmäßige Verteilung über zwölf Monate ist bequem und in fast allen saisonalen Geschäften falsch.
Eine bewährte Verteilung:
Punkt vier wird regelmäßig gestrichen und regelmäßig gebraucht: für einen Wettbewerber, der aufmacht, für ein unerwartet gut laufendes Motiv, für eine Presseanfrage, die Nachschub braucht.
Eine Zeile je Monat, fünf Spalten: Budget, Hauptkanal, Botschaft, Produktionsbedarf, geplantes Ergebnis. Mehr passt nicht auf eine Seite und mehr wird nicht gelesen.
Die Spalte Produktionsbedarf ist die, die den Plan realistisch macht. Wenn im Februar eine Videokampagne startet, muss im Dezember gedreht werden. Diese Rückwärtsrechnung fehlt in den meisten Plänen und ist der Grund, warum Kampagnen verspätet starten.
Setzen Sie vier feste Termine im Jahr, an denen der Plan gegen die Wirklichkeit gehalten wird. Legen Sie dabei vorab fest, welche Abweichung eine Reaktion auslöst, etwa: mehr als 20 Prozent unter Zielwert bei den Anfragen bedeutet Umschichtung im Folgemonat.
Ohne diese Vorabfestlegung entstehen Quartalsgespräche, in denen Zahlen vorgelesen und keine Entscheidungen getroffen werden.
Im Oktober oder November für das Folgejahr. Später fehlt die Zeit für Produktion, früher fehlen die Zahlen des laufenden Jahres.
Monatsgenau bei Budget und Kanal, wochengenau nur für die nächsten drei Monate. Alles darüber hinaus wird ohnehin umgeworfen.
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