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Der Werbeplan für zwölf Monate

Ein Jahresplan ist keine Liste von Kampagnen, sondern eine Antwort auf die Frage, wann Ihre Kundschaft entscheidet. Er passt auf eine Seite.

09.07.2026 2 Min. Lesezeit 378 Wörter
Der Werbeplan für zwölf Monate

Das Wichtigste in Kürze

  • Planen Sie rückwärts vom Kaufzeitpunkt, nicht vorwärts vom Januar.
  • Zwei Drittel des Budgets gehören in die drei bis vier stärksten Monate.
  • Lassen Sie 15 Prozent unverplant, sonst können Sie auf nichts reagieren.

Ein Werbeplan, der im Januar beginnt und im Dezember endet, folgt dem Kalender des Steuerberaters, nicht dem der Kundschaft. Der bessere Ausgangspunkt ist die Frage: In welchen Wochen entscheiden Menschen über das, was wir anbieten?

Schritt 1: die Saisonkurve aus eigenen Daten

Nehmen Sie die Auftragseingänge der letzten drei Jahre, monatsweise, und bilden Sie den Mittelwert. Diese Kurve ist die Grundlage für alles Weitere.

Wichtig ist der Auftragseingang, nicht der Umsatz. Der Umsatz wird verbucht, wenn geliefert wird, und das ist bei Handwerk und Investitionsgütern oft Monate später.

Schritt 2: den Vorlauf abziehen

Zwischen erstem Kontakt und Auftrag liegt Zeit. Ziehen Sie diese Zeit von der Saisonspitze ab, dann wissen Sie, wann die Werbung laufen muss.

GeschäftTypischer Vorlauf
NotdienstStunden
Handel, VerbrauchsgüterTage
Handwerk, Kleinauftrag2 bis 4 Wochen
Handwerk, Sanierung6 bis 16 Wochen
Immobilienkauf3 bis 9 Monate
B2B-Investition4 bis 12 Monate
Reise, Urlaub8 bis 20 Wochen

Ein Gartenbaubetrieb mit Auftragsspitze im April muss im Januar und Februar werben, nicht im April. Das ist der häufigste Planungsfehler überhaupt.

Wer wirbt, wenn das Telefon ohnehin klingelt, bezahlt für Nachfrage, die schon da war. Wer acht Wochen vorher wirbt, erzeugt sie.

Schritt 3: das Budget ungleich verteilen

Eine gleichmäßige Verteilung über zwölf Monate ist bequem und in fast allen saisonalen Geschäften falsch.

Eine bewährte Verteilung:

  1. Vorlaufmonate der Hauptsaison: 45 bis 55 Prozent des Jahresbudget.
  2. Hauptsaison selbst: 20 Prozent, überwiegend Abverkauf und Wiederansprache.
  3. Nebensaison: 15 Prozent, überwiegend Markenarbeit und Tests.
  4. Reserve: 15 Prozent, unverplant.

Punkt vier wird regelmäßig gestrichen und regelmäßig gebraucht: für einen Wettbewerber, der aufmacht, für ein unerwartet gut laufendes Motiv, für eine Presseanfrage, die Nachschub braucht.

Schritt 4: den Plan auf eine Seite bringen

Eine Zeile je Monat, fünf Spalten: Budget, Hauptkanal, Botschaft, Produktionsbedarf, geplantes Ergebnis. Mehr passt nicht auf eine Seite und mehr wird nicht gelesen.

Die Spalte Produktionsbedarf ist die, die den Plan realistisch macht. Wenn im Februar eine Videokampagne startet, muss im Dezember gedreht werden. Diese Rückwärtsrechnung fehlt in den meisten Plänen und ist der Grund, warum Kampagnen verspätet starten.

Schritt 5: Prüfpunkte festlegen

Setzen Sie vier feste Termine im Jahr, an denen der Plan gegen die Wirklichkeit gehalten wird. Legen Sie dabei vorab fest, welche Abweichung eine Reaktion auslöst, etwa: mehr als 20 Prozent unter Zielwert bei den Anfragen bedeutet Umschichtung im Folgemonat.

Ohne diese Vorabfestlegung entstehen Quartalsgespräche, in denen Zahlen vorgelesen und keine Entscheidungen getroffen werden.

Häufige Fragen

Wann sollte man den Plan machen?

Im Oktober oder November für das Folgejahr. Später fehlt die Zeit für Produktion, früher fehlen die Zahlen des laufenden Jahres.

Wie detailliert muss ein Jahresplan sein?

Monatsgenau bei Budget und Kanal, wochengenau nur für die nächsten drei Monate. Alles darüber hinaus wird ohnehin umgeworfen.

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