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Werbetexte schreiben, die verkaufen

Guter Werbetext ist kein Sprachtalent, sondern eine Reihenfolge. Wer sie einhält, schreibt bessere Texte als die meisten Agenturen.

07.07.2026 2 Min. Lesezeit 348 Wörter
Werbetexte schreiben, die verkaufen

Das Wichtigste in Kürze

  • Schreiben Sie die Handlungsaufforderung zuerst, dann rückwärts.
  • Streichen Sie jedes Adjektiv, das Sie nicht belegen können.
  • Der Text ist fertig, wenn nichts mehr weggenommen werden kann.

Werbetexten wirkt wie eine Begabung und ist ein Verfahren. Es gibt eine Reihenfolge, die zuverlässig zu brauchbaren Texten führt, auch ohne literarisches Talent.

Rückwärts schreiben

Beginnen Sie mit dem Ende: Was soll die Person tun? Anrufen, Formular ausfüllen, in den Laden kommen. Schreiben Sie diesen einen Satz auf.

Dann gehen Sie rückwärts:

  1. Was muss jemand glauben, um das zu tun?
  2. Was muss er wissen, um das zu glauben?
  3. Warum sollte er das lesen?
  4. Was bringt ihn dazu, überhaupt anzufangen?

Der letzte Punkt ist die Überschrift. Sie entsteht zuletzt, nicht zuerst. Wer mit der Überschrift beginnt, schreibt hübsche Sätze zu einem Ziel, das noch nicht feststeht.

Die vier Bausteine jedes Textes

BausteinAufgabeUmfang
Aufhängerzum Lesen bringen1 Satz
ProblemZustimmung erzeugen2 bis 4 Sätze
Lösung mit BelegVertrauen erzeugenHauptteil
AufforderungHandlung auslösen1 bis 2 Sätze

Der zweite Baustein wird am häufigsten übersprungen. Ein Text, der sofort mit der Lösung beginnt, spricht zu Menschen, die das Problem noch nicht erkannt haben.

Die Streichliste

Nach dem ersten Entwurf gehen Sie mit einer festen Liste durch:

  • Adjektive ohne Beleg. Hochwertig, innovativ, professionell, individuell, kompetent. Jedes einzelne behauptet und beweist nichts.
  • Füllwörter. Eigentlich, quasi, sozusagen, natürlich, selbstverständlich.
  • Passiv. „Ihr Auftrag wird von uns bearbeitet" wird zu „Wir bearbeiten Ihren Auftrag".
  • Substantivierungen. „Zur Durchführung der Reinigung" wird zu „Um zu reinigen".
  • Sätze über 20 Wörter. Teilen.
  • Der erste Absatz. In vier von fünf Entwürfen ist er Anlauf und kann weg.
Der letzte Punkt ist der wirksamste. Lesen Sie Ihren Text ohne den ersten Absatz. Wenn nichts fehlt, war er Anlauf.

Die Sprache Ihrer Kundschaft

Betriebe schreiben in Betriebssprache. Kundschaft sucht in Alltagssprache. Diese Lücke kostet Sichtbarkeit und Verständlichkeit gleichzeitig.

Woher Sie die richtige Sprache bekommen:

  1. Aus E-Mails von Kundinnen und Kunden, wörtlich.
  2. Aus Bewertungen, auch denen der Wettbewerber.
  3. Aus den Suchanfragen in Ihrer Suchkonsole.
  4. Aus Telefonnotizen des Vertriebs.

Legen Sie eine Datei an, in die Sie über Monate solche Formulierungen sammeln. Das ist die wertvollste Textquelle im Betrieb.

Die Prüfung vor der Veröffentlichung

Drei Tests, die zusammen fünf Minuten dauern:

  • Lautlesetest. Wo Sie stolpern, stolpert die Leserin auch.
  • Deckungstest. Firmenname abdecken. Passt der Text auch auf den Wettbewerber? Dann ist er austauschbar.
  • Und-was-nun-Test. Nach dem letzten Satz muss klar sein, was zu tun ist, ohne Suchen.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Werbetext sein?

So lang wie nötig. Bei einer Anzeige sind das 30 Zeichen, bei einer Landingpage für eine Investition 1.200 Wörter. Kürze ist kein Wert an sich, Überflüssiges wegzulassen schon.

Duzen oder siezen?

Entscheiden Sie einmal und halten Sie es überall durch. Der Wechsel zwischen beidem auf derselben Website ist der häufigste Fehler.

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