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Werbewirkung richtig messen

Die Zahlen im Werbekonto messen, was zugeordnet werden kann, nicht was gewirkt hat. Der Unterschied entscheidet über jede Budgetentscheidung.

15.06.2026 2 Min. Lesezeit 408 Wörter
Werbewirkung richtig messen

Das Wichtigste in Kürze

  • Zurechnung ist nicht Wirkung: gemessen wird der letzte Kontakt, gewirkt haben oft frühere.
  • Der Ausschalttest ist die ehrlichste Methode und kostet nur Geduld.
  • Prüfen Sie immer gegen die Gesamtnachfrage, nicht nur gegen die Kanalzahlen.

Jedes Werbekonto zeigt Abschlüsse an, und jedes zeigt zu viele. Der Grund ist keine Manipulation, sondern die Funktionsweise der Zurechnung: Jedes System sieht nur seine eigenen Kontakte und rechnet sich zu, was danach passiert.

Der Unterschied zwischen Zurechnung und Wirkung

Zurechnung beantwortet die Frage: Welcher Kontakt lag vor dem Kauf? Wirkung beantwortet die Frage: Hätte der Kauf ohne diese Werbung stattgefunden?

Diese beiden Fragen haben unterschiedliche Antworten. Wiederansprache wird viel zugerechnet und wirkt wenig, weil sie Menschen erreicht, die ohnehin kaufen wollten. Reichweitenwerbung wird wenig zugerechnet und wirkt viel, weil sie am Anfang steht.

Addieren Sie einmal die Abschlüsse aus allen Ihren Werbekonten und vergleichen Sie mit der Buchhaltung. In den meisten Betrieben liegt die Summe 30 bis 80 Prozent über der Wirklichkeit.

Die drei Ebenen der Messung

EbeneWerkzeugGenauigkeitAufwand
KanalzurechnungWerbekontogeringkeiner
SelbstauskunftFrage im Formularmittelgering
AusschalttestKanal pausierenhochZeit
RegionaltestKanal in Region A, nicht in Bsehr hochmittel

Ebene eins ist die einzige, die die meisten Betriebe nutzen, und die schwächste.

Der Ausschalttest im Detail

Schalten Sie einen Kanal vollständig ab, für einen Zeitraum, der mindestens dem doppelten Entscheidungszeitraum entspricht. Beobachten Sie nicht die Zahlen dieses Kanals, sondern die Gesamtzahl der Anfragen im Betrieb.

Vier Regeln, damit der Test aussagekräftig ist:

  1. Nur einen Kanal auf einmal abschalten.
  2. Nicht in einer Saisonspitze testen.
  3. Mindestens vier Wochen, bei langen Entscheidungswegen acht bis zwölf.
  4. Vorher aufschreiben, welche Veränderung als Beleg gilt.

Punkt vier verhindert die übliche Nachverhandlung der Ergebnisse.

Der Regionaltest ist der bessere Ausschalttest

Wenn Sie in mehreren Regionen tätig sind, schalten Sie den Kanal in einer Region ab und in einer vergleichbaren weiter. Damit fangen Sie saisonale und konjunkturelle Effekte auf, die einen reinen Zeitvergleich verfälschen.

Diese Methode ist die genaueste, die einem mittelständischen Betrieb zur Verfügung steht, und sie kostet nichts außer Planung.

Die Selbstauskunft, richtig gestellt

Ein Pflichtfeld „Wie sind Sie auf uns gekommen?" liefert unpräzise, aber unbestechliche Daten. Wichtig ist die Gestaltung:

  • Eine Auswahlliste mit fünf bis sieben Möglichkeiten, nicht ein Freitextfeld.
  • Antworten in der Sprache der Kundschaft: „Bei Google gesucht", nicht „Organische Suche".
  • Eine Möglichkeit „Weiß nicht mehr", sonst wird geraten.
  • Die Empfehlung als eigene Antwort, sie ist in vielen Betrieben der größte Kanal.

Werten Sie diese Daten monatlich aus und vergleichen Sie sie mit den Werbekonten. Wo beide stark abweichen, lohnt genaueres Hinsehen.

Was Sie nie tun sollten

Zwei Kanäle vergleichen, die an verschiedenen Stellen des Entscheidungswegs stehen. Suchanzeigen auf Markenbegriffe stehen ganz am Ende und sehen immer besser aus als Bewegtbild am Anfang. Dieser Vergleich führt zuverlässig dazu, dass die Kanäle gekürzt werden, die die Nachfrage überhaupt erzeugen.

Häufige Fragen

Warum meldet mein Werbekonto mehr Abschlüsse als die Buchhaltung?

Weil jeder Kanal denselben Abschluss für sich beansprucht. Addieren Sie nie die Abschlüsse verschiedener Werbekonten, das ergibt regelmäßig 150 Prozent der tatsächlichen Zahl.

Was ist die einfachste verlässliche Messung?

Die Frage im Kontaktformular, wie jemand auf Sie gekommen ist. Ungenau, aber unbestechlich, weil sie keinem Kanal gehört.

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