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Werbung für Dachdecker

Ein Dach wird einmal in dreißig Jahren gemacht. Diese Seltenheit bestimmt jeden Kanal, jedes Budget und den Zeitpunkt, zu dem Werbung wirken muss.

26.05.2026 2 Min. Lesezeit 422 Wörter
Werbung für Dachdecker

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bedarf entsteht plötzlich, meist durch Schaden oder Kaufberatung.
  • Sturmschäden sind der wichtigste Nachfragetreiber und planbar vorbereitbar.
  • Nachbarschaftswerbung an der Baustelle ist der günstigste Kanal der Branche.

Dachdeckerei hat eine der ungünstigsten Nachfragestrukturen im Handwerk: Der Bedarf tritt selten auf, kommt unvorhergesehen und wird meist unter Zeitdruck entschieden. Genau daraus ergibt sich, welche Werbung wirkt.

Die vier Anlässe

AnlassAnteilDringlichkeitEntscheidungszeit
Schaden nach Unwetter25 bis 40 %sehr hochStunden bis Tage
Altersbedingte Sanierung30 bis 40 %gering3 bis 12 Monate
Kauf oder Verkauf einer Immobilie10 bis 20 %mittelWochen
Umbau, Anbau, Dachfenster10 bis 20 %geringMonate

Werbung muss für die erste und die zweite Zeile völlig verschieden aussehen. Zeile eins verlangt Erreichbarkeit und Geschwindigkeit, Zeile zwei verlangt Vertrauen und Beweise.

Der Sturmschaden-Plan

Nach einem Unwetter suchen innerhalb von Stunden viele Menschen gleichzeitig. Wer dann erst eine Anzeige aufsetzt, kommt zu spät und zahlt zudem die höchsten Klickpreise des Jahres.

Legen Sie deshalb im Voraus an:

  1. Eine pausierte Kampagne mit den Begriffen zu Sturm, Notdienst und Dachschaden.
  2. Eine Landingpage mit Telefonnummer, Erreichbarkeitszeiten und Ablauf.
  3. Einen fertigen Beitrag für soziale Netzwerke, nur Datum einsetzen.
  4. Eine Regel, wer die Kampagne aktiviert und ab welcher Windstärke.
  5. Eine ehrliche Angabe zur Wartezeit, sobald sie absehbar ist.

Punkt fünf schützt den Ruf. Betriebe, die nach einem Unwetter Termine zusagen, die sie nicht halten können, verlieren mehr, als die Aufträge einbringen.

Bereiten Sie die Sturmkampagne im Sommer vor, nicht im Herbst. Der Aufwand beträgt einen halben Tag und entscheidet über den Umsatz eines ganzen Quartals.

Der günstigste Kanal: die Baustelle

Ein Dachgerüst steht zwei bis vier Wochen sichtbar in einer Straße. Das ist die stärkste Werbefläche, die ein Dachdecker hat, und sie wird meist ungenutzt gelassen.

Was daraus zu machen ist:

  • Ein Bauschild mit Leistung, Telefonnummer und einem Satz, was hier gemacht wird.
  • Eine Gerüstplane mit dem Betriebsnamen, wenn das Gerüst länger als zwei Wochen steht.
  • Ein Handzettel in die zwanzig nächstgelegenen Briefkästen, mit Bezug: „Wir arbeiten diese Woche an Nummer 14."
  • Ein Foto vom fertigen Dach für die Kartensuche, mit Straßenbezug im Text.

Der Handzettel mit Ortsbezug erreicht in der Praxis Rückläufe, die weit über dem liegen, was ungerichtete Verteilung schafft.

Was auf die Website gehört

Bei einer Investition von 20.000 bis 60.000 Euro entscheidet Vertrauen. Drei Elemente sind Pflicht:

  1. Referenzen mit Ort und Jahr, mindestens zwölf, mit Vorher- und Nachher-Bild.
  2. Preisspannen je Dachart, auch wenn ungern gesehen. Wer keine nennt, wird bei den Anbietern verglichen, die es tun.
  3. Der Ablauf in Schritten, von der Anfrage bis zur Abnahme, mit Zeitangaben.

Personalgewinnung als eigener Etat

Dachdeckernachwuchs ist knapp und der Beruf hat ein Bekanntheitsproblem. Kurze Videos vom Dach mit Aussicht, gedreht mit dem Telefon, erzielen in sozialen Netzwerken regelmäßig hohe Reichweiten und kosten nichts außer zehn Minuten.

Rechnen Sie mit 8 bis 40 Euro je Bewerbung über soziale Netzwerke gegenüber dreistelligen Beträgen über Stellenportale.

Häufige Fragen

Wie geht man mit Sturmschäden um?

Vorbereitet. Legen Sie Anzeigen und eine Landingpage fertig an und aktivieren Sie sie innerhalb von 24 Stunden nach einem Ereignis. Wer erst dann beginnt, ist zwei Tage zu spät.

Lohnen sich Portale für Handwerksaufträge?

Selten. Die Anfragen kommen mit Preisvergleich, und die Vermittlungsgebühren liegen häufig über den Kosten eigener Werbung.

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