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Werbung für Elektrobetriebe

Zwischen Steckdose und Wallbox liegen im Elektrohandwerk Auftragswerte von 80 bis 15.000 Euro. Werbung, die nicht zwischen beiden trennt, verbrennt Geld.

24.05.2026 2 Min. Lesezeit 345 Wörter
Werbung für Elektrobetriebe

Das Wichtigste in Kürze

  • Trennen Sie Kleinauftrag und Projektgeschäft in getrennte Kampagnen mit getrennten Budgets.
  • Ladeinfrastruktur und Speicher sind die profitabelsten Suchbegriffe der Branche.
  • Der Prüfdienst nach Vorschrift ist ein unterschätztes Bindungsinstrument.

Das Elektrohandwerk hat eine ungewöhnlich große Spanne bei Auftragswerten. Eine defekte Steckdose bringt 120 Euro, eine Photovoltaikanlage mit Speicher 22.000 Euro. Wer beides mit derselben Kampagne bewirbt, optimiert auf den häufigeren und unrentableren Fall.

Die Trennung, die alles verändert

Legen Sie zwei getrennte Kampagnen mit eigenen Budgets an.

BereichBeispieleKanalZielkosten je Anfrage
KleinauftragSteckdose, Störung, LeuchteKartensuche, kein Budget0 bis 8 €
ProjektPhotovoltaik, Wallbox, SanierungSuchanzeigen, Website60 bis 180 €

Für den Kleinauftrag lohnt keine bezahlte Werbung. Er kommt über die Kartensuche, über Bestandskundschaft und über Empfehlungen. Investieren Sie hier in Erreichbarkeit statt in Anzeigen.

Wo im Elektrohandwerk das Geld liegt

Die profitabelsten Suchbegriffe haben sich in den letzten Jahren verschoben. Aktuell tragen vor allem:

  1. Photovoltaik mit Speicher. Hoher Auftragswert, lange Entscheidungszeit, intensiver Vergleich.
  2. Wallbox und Ladeinfrastruktur, besonders für Mehrparteienhäuser und Gewerbe.
  3. Elektroprüfung nach Vorschrift für gewerbliche Kundschaft, wiederkehrend.
  4. Smart-Home-Nachrüstung im Bestand.
  5. Zählerschrankerneuerung, oft Voraussetzung für alles andere.

Punkt drei ist der unterschätzte. Die wiederkehrende Prüfung ortsveränderlicher Geräte und ortsfester Anlagen ist für Gewerbebetriebe verpflichtend, planbar und bindet Kundschaft über Jahre.

Ein Wartungs- oder Prüfvertrag ist wirtschaftlich mehr wert als drei Neukunden im Projektgeschäft, weil er planbaren Umsatz erzeugt und die Tür für Folgeaufträge offen hält.

Was bei Photovoltaik zu beachten ist

Der Markt ist stark umkämpft und preisgetrieben. Drei Punkte machen den Unterschied:

  • Nicht über den Preis werben. Es gibt immer einen günstigeren Anbieter, oft ohne Elektromeister.
  • Über Ausführung und Haftung werben. Elektrofachbetrieb, eigene Monteure, Anmeldung beim Netzbetreiber, Gewährleistung.
  • Rechtliche Vorsicht bei Ertragsversprechen. Angaben zur Amortisation müssen belegbar sein und die Annahmen nennen. Pauschale Renditeversprechen sind irreführend und abmahnfähig.

Die Preisliste als Filterinstrument

Veröffentlichen Sie Festpreise für zehn bis fünfzehn Standardleistungen: Steckdose setzen, Leuchte montieren, Zählerschrank prüfen, Wallbox anschließen.

Das hat drei Wirkungen: Anfragen mit falscher Preisvorstellung bleiben aus, die verbleibenden Anfragen sind vorqualifiziert, und Sie erscheinen bei Suchanfragen nach Preisen, die sonst zur Konkurrenz führen.

Personal und Nachwuchs

Der Fachkräftemangel ist im Elektrohandwerk besonders ausgeprägt, weil dieselben Kräfte von Industrie und Energieversorgern gesucht werden.

Was in der Personalwerbung dieses Gewerks funktioniert: konkrete Technik zeigen statt Firmengebäude, Weiterbildungswege benennen, die Vier-Tage-Woche prüfen und, wenn eingeführt, deutlich bewerben. Sie ist in Bewerbungsgesprächen inzwischen häufig das erste Thema.

Häufige Fragen

Lohnen sich Anzeigen für Kleinaufträge?

Meist nicht. Ein Klickpreis von 4 Euro und eine Abschlussquote von 10 Prozent ergeben 40 Euro Werbekosten für einen Auftrag über 150 Euro. Kleinaufträge kommen besser über die Kartensuche.

Wie geht man mit Preisanfragen um?

Mit einer öffentlichen Preisliste für Standardleistungen. Sie filtert Anfragen und spart mehr Zeit, als sie Aufträge kostet.

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