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Werbung für Handwerksbetriebe

Die meisten Handwerksbetriebe haben kein Nachfrageproblem, sondern ein Auswahlproblem. Werbung hat deshalb eine andere Aufgabe als in Branchen mit leeren Auftragsbüchern.

28.05.2026 2 Min. Lesezeit 386 Wörter
Werbung für Handwerksbetriebe

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei vollen Auftragsbüchern ist Werbung ein Filter, kein Verstärker.
  • Das Unternehmensprofil in der Kartensuche schlägt jeden anderen Kanal im lokalen Handwerk.
  • Personalgewinnung ist inzwischen der teurere und wichtigere Werbezweck.

Handwerksbetriebe stehen selten vor der Frage, ob sie Aufträge bekommen, sondern welche. Diese Lage verändert die Aufgabe von Werbung grundlegend: Sie soll nicht mehr Nachfrage erzeugen, sondern bessere Nachfrage.

Die drei Werbezwecke im Handwerk

ZweckAnteil am BudgetZeithorizont
Bessere Aufträge anziehen40 %mittelfristig
Personal gewinnen40 %dauerhaft
Sichtbarkeit halten20 %dauerhaft

Die zweite Zeile überrascht viele und ist die wirtschaftlich folgenreichste. Ein unbesetzter Montageplatz kostet je nach Gewerk 90.000 bis 160.000 Euro Jahresumsatz. Gegen diese Zahl ist fast jedes Personalwerbebudget günstig.

Der Kanal, der im Handwerk alles schlägt

Das Unternehmensprofil in der Kartensuche ist im lokalen Handwerk der wichtigste Kanal, und er kostet kein Geld.

Was vollständig gepflegt bedeutet:

  1. Alle Leistungen einzeln eingetragen, nicht nur die Hauptkategorie.
  2. Mindestens 25 eigene Fotos, davon zehn von Arbeitsergebnissen, aktualisiert.
  3. Öffnungszeiten inklusive Feiertagen gepflegt.
  4. Jede Bewertung beantwortet, auch die guten.
  5. Regelmäßige Beiträge, mindestens monatlich.
  6. Fragen und Antworten selbst befüllt.

Betriebe, die diese sechs Punkte umsetzen, berichten regelmäßig von 30 bis 80 Prozent mehr Anrufen innerhalb von drei Monaten, ohne einen Euro Mediabudget.

Die Reihenfolge im Handwerk ist eindeutig: erst das Profil in der Kartensuche, dann Bewertungen, dann Website, dann bezahlte Werbung. Wer bei Schritt vier beginnt, zahlt für das, was er umsonst hätte haben können.

Was bezahlte Werbung leisten soll

Wenn das Auftragsbuch voll ist, ist die Aufgabe eine Auswahl. Formulieren Sie Anzeigen so, dass sie unpassende Anfragen abhalten:

  • Mindestauftragswert nennen: „Sanierungen ab 15.000 Euro".
  • Einzugsgebiet nennen: „Im Umkreis von 35 km um Paderborn".
  • Leistung eingrenzen: „Altbau, kein Neubau".
  • Wartezeit nennen: „Termine ab Oktober".

Jeder dieser Sätze kostet Klicks und spart Zeit. Ein Handwerksbetrieb, der wöchentlich vier Stunden mit Absagen verbringt, spart durch klare Anzeigen mehr, als das Werbebudget kostet.

Personalwerbung ist Werbung

Behandeln Sie Stellenanzeigen wie Produktwerbung, mit denselben Regeln:

StattBesser
Wir suchen VerstärkungAnlagenmechaniker, 4-Tage-Woche, ab 4.100 Euro
Interessante AufgabenKein Notdienst, Feierabend um 16 Uhr
Familiäres BetriebsklimaNeun Kollegen, Durchschnittszugehörigkeit 11 Jahre
Attraktive VergütungKonkrete Zahl

Die konkrete Zahl in Zeile vier ist der stärkste Hebel. Anzeigen mit Gehaltsangabe erhalten in vergleichenden Auswertungen ein Vielfaches der Bewerbungen.

Ein realistisches Jahresbudget

Für einen Betrieb mit acht bis fünfzehn Mitarbeitenden:

  • Profilpflege und Bewertungen: 2 Stunden im Monat, kein Budget.
  • Website aktuell halten: 1.500 bis 3.000 Euro jährlich.
  • Suchanzeigen für Kernleistungen: 400 bis 800 Euro monatlich.
  • Personalwerbung in sozialen Netzwerken: 200 bis 500 Euro monatlich.
  • Fahrzeugbeschriftung: 800 bis 2.500 Euro je Fahrzeug, hält fünf Jahre.
  • Fotos, einmal jährlich: 700 bis 1.200 Euro.

Summe etwa 12.000 bis 20.000 Euro im Jahr, also rund 1 bis 2 Prozent vom Umsatz.

Häufige Fragen

Lohnt sich Werbung, wenn wir ausgebucht sind?

Ja, aber mit anderem Ziel. Sichtbarkeit halten, bessere Aufträge anziehen und Personal gewinnen. Wer erst wirbt, wenn das Auftragsbuch leer ist, wirbt zu spät.

Was ist das günstigste wirksame Werbemittel?

Ein vollständig gepflegtes Unternehmensprofil in der Kartensuche mit aktuellen Fotos und aktiver Bewertungsarbeit. Es kostet Zeit, kein Geld.

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