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Werbung für Hotels

Jede Buchung über ein Portal kostet 15 bis 25 Prozent. Die gesamte Hotelwerbung dreht sich deshalb um eine Frage: Wie wird aus der Portalbuchung eine Direktbuchung.

24.04.2026 2 Min. Lesezeit 367 Wörter
Werbung für Hotels

Das Wichtigste in Kürze

  • Portalprovision ist der größte Einzelposten im Vertrieb und der größte Hebel.
  • Der Preis auf der eigenen Seite darf nie höher sein als im Portal.
  • Der Aufenthalt selbst ist der beste Zeitpunkt, die nächste Direktbuchung anzubahnen.

Die Wirtschaftlichkeit eines Hotels hängt zu einem erheblichen Teil an einer einzigen Zahl: dem Anteil der Direktbuchungen. Jeder Prozentpunkt entspricht bei einem mittelgroßen Haus einem vierstelligen Jahresbetrag.

Die Rechnung

Bei 80 Euro Zimmerpreis und 18 Prozent Provision kostet jede Portalbuchung 14,40 Euro. Bei 6.000 Übernachtungen im Jahr und 60 Prozent Portalanteil sind das rund 51.800 Euro.

Eine Verschiebung von 60 auf 45 Prozent Portalanteil spart rund 13.000 Euro im Jahr. Das ist mehr, als die meisten Häuser insgesamt für Marketing ausgeben.

Direktbuchungen sind kein Marketingziel, sondern eine Ertragsposition. Jeder Euro, der in ihre Erhöhung fließt, wirkt unmittelbar auf das Ergebnis.

Die Bausteine der Direktbuchung

  1. Bestpreis auf der eigenen Seite. Der Preis darf nie höher sein als im Portal, sonst ist der Rest sinnlos.
  2. Ein Buchungsvorgang in unter zwei Minuten, mobil, ohne Kontoerstellung.
  3. Ein Vorteil, der nicht der Preis ist. Späte Abreise, Getränk, Parkplatz, freie Zimmerwahl.
  4. Werbung auf den eigenen Namen. Sonst führt die Suche nach Ihrem Haus zum Portal.
  5. Bewertungen sichtbar auf der eigenen Seite, nicht nur im Portal.

Punkt vier ist der am häufigsten übersehene. Portale bieten in Suchmaschinen auf Hotelnamen. Ein Gast, der Ihr Haus namentlich sucht, landet ohne eigene Anzeige beim Portal, und Sie zahlen Provision für einen Gast, den Sie bereits gewonnen hatten.

Der Aufenthalt als Werbezeitpunkt

Der beste Moment, eine Direktbuchung anzubahnen, ist während des Aufenthalts. Der Gast ist zufrieden, anwesend und ansprechbar.

Was funktioniert:

  • Eine Karte im Zimmer mit dem Direktbuchungsvorteil für den nächsten Aufenthalt.
  • Ein Hinweis beim Auschecken, persönlich vorgetragen.
  • Eine Nachricht drei Tage nach Abreise mit Dank und Buchungslink.
  • Ein Gutschein für ein Wochenende in der Nebensaison.

Portale richtig nutzen statt bekämpfen

Portale sind ein Vertriebskanal für Neukundschaft, den kein Haus allein ersetzen kann. Die Aufgabe ist, sie als Erstkontakt zu nutzen und die Wiederkehr direkt zu holen.

Praktisch bedeutet das: im Portal vollständig gepflegt sein, mit vielen aktuellen Bildern und beantworteten Bewertungen, aber jeden Portalgast als Kandidaten für die nächste Direktbuchung behandeln.

Was in der Bildstrecke fehlt

Die häufigsten Lücken in Hotelbildern sind immer dieselben: das Badezimmer vollständig, der Blick aus dem Fenster, das Frühstück, der Parkplatz und die Umgebung im Umkreis von fünf Gehminuten.

Genau diese Bilder werden gesucht, weil sie die offenen Fragen beantworten. Ein Zimmerbild aus der Ecke mit Weitwinkel beantwortet keine.

Häufige Fragen

Darf man auf der eigenen Seite günstiger sein als im Portal?

Ja. Enge Preisbindungsklauseln sind in Deutschland unzulässig, weite Klauseln sind ebenfalls beanstandet worden. Sie dürfen auf Ihrer eigenen Seite günstiger anbieten.

Lohnt sich Werbung auf den eigenen Hotelnamen?

Fast immer. Portale bieten auf Ihren Namen. Wer dort nicht mitbietet, zahlt Provision für Gäste, die ihn bereits gesucht haben.

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