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Werbung für Immobilienmakler

Makler brauchen keine Käufer, sie brauchen Objekte. Die gesamte Werbung sollte deshalb auf Eigentümer zielen, nicht auf Suchende.

21.02.2026 2 Min. Lesezeit 328 Wörter
Werbung für Immobilienmakler

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Engpass ist das Angebot, nicht die Nachfrage.
  • Werbung für Verkäufer sieht völlig anders aus als Werbung für Käufer.
  • Eine belastbare Wertermittlung ist das beste Einstiegsangebot.

In den meisten Märkten haben Makler mehr Kaufinteressenten als Objekte. Trotzdem richtet sich der Großteil ihrer Werbung an Suchende. Das ist eine Fehlallokation, die sich leicht korrigieren lässt.

Die Zielgruppe ist der Eigentümer

Wer verkauft, tut das aus einem Anlass. Diese Anlässe sind erkennbar und ansprechbar:

AnlassAnteilZugang
ErbfallhochNachlassgerichte, Steuerberatung, Bestatter
Trennung und ScheidungmittelRechtsanwälte, Suche
Umzug aus beruflichen GründenmittelSuche, Arbeitgeber
Alter, Umzug in kleinere WohnunghochSeniorenberatung, Pflegedienste
Kapitalanleger, Verkauf nach Fristmitteldirekte Ansprache
Finanzielle NotlagegeringBanken

Die erste und vierte Zeile sind die häufigsten und werden am wenigsten gezielt bearbeitet.

Ein Makler, der zehn Kaufinteressenten für jedes Objekt hat, braucht keine Käuferwerbung. Jeder Euro dafür ist besser in der Eigentümeransprache aufgehoben.

Die Wertermittlung als Einstieg

Ein Eigentümer, der über einen Verkauf nachdenkt, stellt zuerst eine Frage: Was ist meine Immobilie wert? Diese Frage ist der niedrigschwelligste Einstieg, den die Branche hat.

Ein Onlinerechner liefert Kontakte in der frühen Überlegungsphase. Zwei Regeln:

  1. Der Wert muss realistisch sein. Ein überhöhter Wert erzeugt einen Kontakt und ein schwieriges erstes Gespräch.
  2. Der Kontakt braucht eine Nachbetreuung über Monate, weil zwischen Überlegung und Auftrag oft ein Jahr liegt.

Lokale Sichtbarkeit

Immobiliengeschäft ist Nachbarschaftsgeschäft. Wer im Viertel sichtbar ist, wird angerufen.

Was wirkt:

  • Verkaufsschilder an Objekten, auch nach dem Verkauf mit Hinweis „verkauft".
  • Handzettel in der Straße nach jedem Verkauf, mit Bezug zum Objekt.
  • Beschriftete Fahrzeuge.
  • Präsenz bei lokalen Veranstaltungen und Vereinen.
  • Ein regelmäßiger Marktbericht für das eigene Gebiet, mit echten Zahlen.

Der letzte Punkt ist der stärkste. Ein vierteljährlicher Bericht mit tatsächlichen Quadratmeterpreisen im Viertel wird von Eigentümern gelesen und macht Sie zur Instanz vor Ort.

Netzwerke als Objektquelle

Die planbarste Quelle sind Menschen, die früher als Sie erfahren, dass verkauft wird:

  • Steuerberatung und Nachlassverwaltung bei Erbfällen.
  • Rechtsanwälte im Familienrecht.
  • Banken bei Umschuldung und Finanzierungsende.
  • Handwerksbetriebe, die vor dem Verkauf renovieren.
  • Pflegedienste und Seniorenberatung.

Beachten Sie berufsrechtliche Grenzen bei Provisionen an bestimmte Berufsgruppen.

Was Objektinserate leisten müssen

Auch wenn die Nachfrage hoch ist, wirkt jedes Inserat als Werbung für Sie bei den Eigentümern, die es sehen. Ein hochwertiges Inserat mit professionellen Fotos, Grundriss, vollständigen Angaben und ehrlicher Beschreibung ist deshalb zugleich Akquisewerbung.

Häufige Fragen

Lohnen sich Onlinerechner für Immobilienwerte?

Ja, als Einstieg. Sie liefern Kontakte von Eigentümern in der Überlegungsphase. Der Wert muss allerdings realistisch sein, sonst schadet er beim ersten Gespräch.

Wie kommt man an Objekte?

Über lokale Sichtbarkeit, über Wertermittlungen und über Netzwerke: Handwerk, Banken, Steuerberatung, Nachlassverwaltung.

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