werbero.deMagazin für Werbung, die wirkt

Branchen

Werbung für Metzgereien

Der Wettbewerb ist die Kühltheke im Supermarkt. Herkunft und Handwerk sind die einzigen Argumente, die dort nicht kopiert werden können.

04.04.2026 2 Min. Lesezeit 347 Wörter
Werbung für Metzgereien

Das Wichtigste in Kürze

  • Herkunft konkret benennen, mit Hof und Ort, nicht mit Regionalfloskeln.
  • Der Mittagstisch ist für viele Betriebe der rentabelste Umsatzblock.
  • Partyservice und Catering sind planbare Zusatzgeschäfte mit guter Marge.

Eine Metzgerei konkurriert nicht mit anderen Metzgereien, sondern mit der Selbstbedienungstheke. Dort ist alles billiger und rund um die Uhr verfügbar. Was dort nicht existiert, ist Herkunft und Handwerk.

Herkunft konkret machen

„Aus der Region" ist eine Floskel, die auch der Supermarkt verwendet. Was wirkt, sind Namen.

Konkret bedeutet:

  • Der Name des Hofes und der Ort.
  • Die Entfernung in Kilometern.
  • Die Rasse und die Haltungsform.
  • Ein Foto des Hofes oder der Tiere.
  • Der Name der Person, die den Hof führt.

Diese Angaben lassen sich im Supermarkt nicht nachbilden und rechtfertigen einen höheren Preis. Beachten Sie dabei, dass Angaben zur Herkunft und Haltung zutreffen müssen, sonst sind sie irreführend.

Der Satz „Unser Schweinefleisch kommt vom Hof Krüger in Ostbevern, 14 Kilometer von hier" leistet mehr als jede Anzeige über Qualität und Frische.

Der Mittagstisch

Für viele Betriebe ist der Mittagstisch der rentabelste Teil des Geschäfts: hohe Marge, planbare Menge, tägliche Wiederkehr.

Was ihn bewirbt:

  1. Die Wochenkarte online, jeden Montag aktualisiert, als Text.
  2. Ein Beitrag am Vormittag mit dem Gericht des Tages.
  3. Ein Messenger-Verteiler für Betriebe in der Umgebung.
  4. Vorbestellung möglich, mit Abholzeit.
  5. Lieferung an umliegende Betriebe ab einer Mindestmenge.

Punkt drei ist der wirksamste. Ein Verteiler mit den Büros im Umkreis von 500 Metern erreicht genau die Menschen, die täglich entscheiden.

Partyservice als planbares Geschäft

Grillplatten, Fleischkäse, Buffets, Spanferkel: Diese Aufträge sind planbar, haben gute Margen und werden lange im Voraus bestellt.

Bewerben Sie sie saisonal: ab April für Grillsaison und Kommunion, ab September für Betriebsfeiern, ab Oktober für Weihnachten. Nennen Sie Preise pro Person und Mindestbestellmengen.

Was in der Theke sichtbar sein muss

Die Theke ist die eigentliche Werbefläche. Häufige Lücken:

  • Herkunftsangabe an jedem Produkt, nicht nur ein allgemeines Schild.
  • Zubereitungshinweise auf kleinen Karten, gerade bei ungewohnten Teilstücken.
  • Preise pro Kilogramm gut lesbar, das ist zudem Pflicht.
  • Hinweise auf Zusatzstoffe und Allergene, ebenfalls Pflicht.
  • Die Spezialität des Hauses hervorgehoben, nicht in der Reihe.

Nachwuchs und Personal

Das Fleischerhandwerk hat ein massives Nachwuchsproblem und ein Imageproblem. Kurze Videos aus der Produktion, ehrlich und ohne Beschönigung, erreichen in sozialen Netzwerken erstaunliche Reichweiten.

Was zusätzlich wirkt: geregelte Arbeitszeiten benennen, Wochenendregelung offenlegen, Verdienst konkret nennen und den Aufstieg zum Meister mit Zeitrahmen beschreiben.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Onlineversand?

Nur mit Kühlkette und ab einer gewissen Menge. Die Versandkosten für gekühlte Ware liegen bei 12 bis 25 Euro und rechnen sich erst ab etwa 60 Euro Warenwert.

Wie bewirbt man Herkunft glaubwürdig?

Mit Namen. „Rind vom Hof Brinkmann in Everswinkel" wirkt, „aus der Region" nicht.

Mehr aus Branchen

Weiterlesen

Alle Beiträge
Werbung für Handwerksbetriebe

Branchen

Werbung für Handwerksbetriebe

Die meisten Handwerksbetriebe haben kein Nachfrageproblem, sondern ein Auswahlproblem. Werbung hat deshalb eine andere Aufgabe als in Branchen mit leeren Auftragsbüchern.

2 Min. Lesezeit28.05.2026
Werbung für Dachdecker

Branchen

Werbung für Dachdecker

Ein Dach wird einmal in dreißig Jahren gemacht. Diese Seltenheit bestimmt jeden Kanal, jedes Budget und den Zeitpunkt, zu dem Werbung wirken muss.

2 Min. Lesezeit26.05.2026
Werbung für Elektrobetriebe

Branchen

Werbung für Elektrobetriebe

Zwischen Steckdose und Wallbox liegen im Elektrohandwerk Auftragswerte von 80 bis 15.000 Euro. Werbung, die nicht zwischen beiden trennt, verbrennt Geld.

2 Min. Lesezeit24.05.2026