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Werbung für Handwerksbetriebe
Die meisten Handwerksbetriebe haben kein Nachfrageproblem, sondern ein Auswahlproblem. Werbung hat deshalb eine andere Aufgabe als in Branchen mit leeren Auftragsbüchern.
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Die Werbekosten pro Bestellung steigen seit Jahren schneller als die Warenkörbe. Wer nur Neukunden kauft, arbeitet früher oder später ohne Gewinn.

Im Onlinehandel steigen die Kosten der Neukundengewinnung seit Jahren. Wer sein Geschäft ausschließlich auf gekaufte Erstkäufe stellt, gerät zwangsläufig in eine Schere zwischen Werbekosten und Marge.
Umsatz je Werbeeuro ist die verbreitetste Kennzahl und für Entscheidungen unbrauchbar, weil sie Retouren, Versand und Wareneinsatz ignoriert.
| Position | Beispiel |
|---|---|
| Bestellwert | 90,00 € |
| abzüglich Retouren, 22 % | 70,20 € |
| abzüglich Wareneinsatz, 55 % | 31,60 € |
| abzüglich Versand und Retourenkosten | 24,10 € |
| abzüglich Zahlungsgebühren | 22,30 € |
| verfügbar für Werbung und Gewinn | 22,30 € |
Bei 90 Euro Bestellwert dürfen die Werbekosten je Bestellung also nicht über etwa 15 Euro liegen, wenn Gewinn bleiben soll. Das entspricht einer Rendite von 6, nicht von 3.
Wenn die Erstbestellung die Werbekosten nur knapp deckt, entsteht der Gewinn beim zweiten Kauf. Damit wird die Wiederkaufrate zur wichtigsten Kennzahl des Shops.
Hebel, die messbar wirken:
Im Onlinehandel entscheidet der Produktdatensatz darüber, für welche Suchanfragen Ihre Artikel überhaupt erscheinen. Er ist damit wichtiger als jeder Anzeigentext.
Die Kernfelder: Titel nach festem Muster mit Marke, Typ und Kernmerkmal, gültige Artikelnummer, tiefe Kategorieeinordnung, Freisteller ohne Aufdrucke, aktuelle Verfügbarkeit und Preis. Ergänzend eigene Bezeichnungen für Marge und Saison, damit Kampagnen nach Ertrag statt nach Warengruppe gesteuert werden können.
Jede vermiedene Retoure verbessert die Werbekostenrechnung unmittelbar. Die wirksamsten Maßnahmen liegen vor dem Kauf:
Wenn die Kosten je Neukunde den Deckungsbeitrag des Erstkaufs übersteigen und die Wiederkaufrate unter 20 Prozent liegt, ist das Geschäftsmodell nicht durch bessere Kampagnen zu retten.
Dann liegen die Hebel woanders: höhere Warenkörbe durch Bündel, bessere Marge durch Sortimentsbereinigung, oder ein Abonnementmodell bei Verbrauchsgütern.
Die Frage ist falsch gestellt. Entscheidend ist, ob der Deckungsbeitrag nach Retouren und Versand die Werbekosten deckt. Bei 30 Prozent Marge braucht es mindestens eine Rendite von 3,3.
Über Wiederkauf. Eine Erhöhung der Wiederkaufrate um 5 Punkte wirkt stärker als jede Kampagnenoptimierung.
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