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Werbung für Photovoltaik-Betriebe

Ein Markt mit hohem Wettbewerb, preisgetriebener Nachfrage und einer Kundschaft, die vor dem Anruf drei Vergleichsportale besucht hat. Wo dann noch Spielraum liegt.

12.05.2026 2 Min. Lesezeit 332 Wörter
Werbung für Photovoltaik-Betriebe

Das Wichtigste in Kürze

  • Ertragsversprechen ohne Belegbarkeit sind wettbewerbsrechtlich riskant.
  • Der Unterschied liegt in Ausführung und Haftung, nicht in der Modulmarke.
  • Wartung und Speichernachrüstung sind das rentable Nachgeschäft.

Der Photovoltaikmarkt hat innerhalb weniger Jahre eine Entwicklung durchlaufen, die andere Branchen in Jahrzehnten nehmen: von der Knappheit zur Überkapazität. Die Folge ist ein preisgetriebener Markt mit informierter Kundschaft.

Wo der Wettbewerb entschieden wird

Nicht bei der Modulmarke. Module sind weitgehend austauschbar, und die Kundschaft weiß das inzwischen.

Entschieden wird an fünf Punkten:

  1. Fachliche Qualifikation. Wer führt die elektrischen Arbeiten aus, mit welcher Zulassung?
  2. Abwicklung. Netzanmeldung, Anmeldung im Marktstammdatenregister, Inbetriebnahme.
  3. Gewährleistung und Erreichbarkeit nach der Montage.
  4. Termintreue. Der Markt ist voll von Erzählungen über verschobene Montagen.
  5. Dachprüfung vorab. Statik, Zustand der Eindeckung, notwendige Vorarbeiten.

Punkt fünf ist ein starkes Unterscheidungsmerkmal. Ein Anbieter, der vor Angebotserstellung das Dach prüft und mögliche Vorarbeiten benennt, wirkt seriöser als einer, der ein Angebot per Satellitenbild erstellt.

Werben Sie nicht mit dem niedrigsten Preis je Kilowatt-Peak. In diesem Wettlauf gewinnt immer jemand anderes, und die Kundschaft, die so entscheidet, bringt die meisten Reklamationen.

Die rechtliche Grenze bei Ertragsangaben

Angaben zu Ertrag, Ersparnis und Amortisation sind Werbeaussagen und müssen belegbar sein. Irreführend ist insbesondere:

  • Eine Amortisationszeit ohne Angabe des unterstellten Strompreises.
  • Ein Ertrag ohne Angabe von Standort, Ausrichtung und Neigung.
  • Eine Ersparnis ohne Angabe der Eigenverbrauchsquote.
  • Renditeangaben, die Finanzierungskosten und Wartung ausblenden.

Nennen Sie stattdessen eine Spanne mit Annahmen: „Bei 30 Prozent Eigenverbrauch, 32 Cent Strompreis und Süddach in Nordrhein-Westfalen ergibt sich rechnerisch eine Amortisation von 11 bis 14 Jahren. Stand August 2026."

Der Kanalmix

KanalRolleZielkosten je Anfrage
SuchanzeigenHauptkanal, teuer90 bis 220 €
KartensucheVertrauen, lokalgering
Empfehlung Bestandskundebester KanalPrämie 100 bis 300 €
Soziale NetzwerkeAufklärung, Speicher40 bis 120 €
VergleichsportaleErgänzungGebühr je Kontakt
Nachbarschaftswerbungunterschätztsehr gering

Die letzte Zeile verdient Aufmerksamkeit. Nach jeder Montage sehen zwanzig Haushalte, dass am Nachbarhaus gearbeitet wurde. Ein Handzettel mit konkretem Bezug erreicht dort Rückläufe, die kein anderer Kanal erreicht.

Das Nachgeschäft

Der Erstauftrag ist margenschwach geworden. Das Geld liegt zunehmend danach:

  • Speichernachrüstung bei Anlagen ohne Speicher.
  • Wartung und Reinigung, wiederkehrend.
  • Wallbox und Wärmepumpe als Anschlussprojekt.
  • Ablösung auslaufender Einspeisevergütung bei Altanlagen ab 20 Jahren Betriebsdauer.

Der letzte Punkt ist ein wachsender Markt: Anlagen aus der Anfangszeit fallen aus der Förderung und brauchen eine neue Betriebsstrategie. Eine gezielte Ansprache dieser Eigentümer ist konkurrenzarm.

Häufige Fragen

Darf man mit Amortisationszeiten werben?

Nur mit Angabe aller Annahmen: Strompreis, Eigenverbrauchsquote, Einspeisevergütung, Anlagengröße, Standort. Pauschale Angaben ohne Annahmen sind irreführend.

Lohnen sich Vergleichsportale?

Als Ergänzung ja, als Hauptkanal selten. Die Anfragen sind preisgetrieben, und die Vermittlungsgebühren zehren die Marge auf.

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