
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
Strategie & Handwerk
Sie brauchen keine Marktstudie. Fünf Schritte, die an einem Tag zu erledigen sind und mehr Entscheidungen tragen als jede gekaufte Analyse.

Wettbewerbsanalyse hat den Ruf, aufwändig und akademisch zu sein. In der Praxis reicht ein strukturierter Tag mit öffentlich zugänglichen Quellen.
Nicht die, die Sie ärgern, sondern die, die Ihre Kundschaft tatsächlich als Alternative prüft. Fragen Sie fünf Kundinnen und Kunden, wen sie außerdem angefragt haben. Diese Liste ist oft eine andere als die im Kopf des Betriebs.
Nehmen Sie zusätzlich zwei Betriebe, die deutlich anders arbeiten. Von ähnlichen Wettbewerbern lernt man wenig.
Die großen Plattformen führen öffentliche Werbebibliotheken. Dort sehen Sie, welche Anzeigen ein Unternehmen aktuell schaltet, seit wann und in welchen Varianten.
Das ist die wertvollste Quelle überhaupt, aus einem einfachen Grund: Eine Anzeige, die seit acht Monaten unverändert läuft, funktioniert. Niemand bezahlt acht Monate lang für etwas, das nicht wirkt.
Gehen Sie durch die Website eines Wettbewerbers und notieren Sie nur vier Dinge:
Punkt vier ist der aufschlussreichste. Wer Preise nennt, hat eine Entscheidung über die Positionierung getroffen. Wer keine nennt, meist auch, nur eine andere.
Erstellen Sie eine kleine Tabelle mit den zehn Suchbegriffen, die für Ihr Geschäft zählen, und prüfen Sie, wer dort erscheint, organisch und als Anzeige.
| Suchbegriff | Wir organisch | Wir Anzeige | Wettbewerb A | Wettbewerb B |
|---|---|---|---|---|
| Leistung + Stadt | Platz 6 | ja | Platz 1 | Platz 3 |
| Leistung + Kosten | nicht da | nein | Platz 2 | nicht da |
| Problem + Frage | nicht da | nein | nicht da | nicht da |
Die dritte Zeile ist der Fund. Ein Suchbegriff mit Nachfrage, den niemand belegt, ist eine offene Tür.
Am Ende steht nicht eine Liste von Dingen, die Sie nachmachen sollten, sondern eine Aussage über die Lücke.
Typische Lücken, die diese Analyse regelmäßig freilegt:
Der Wert der Analyse liegt in dieser einen Aussage. Alles andere ist Beiwerk.
Fünf reichen. Nehmen Sie die drei, die Ihnen am häufigsten begegnen, und zwei, die deutlich anders arbeiten als Sie.
Einmal jährlich vollständig, quartalsweise ein Kurzblick auf die laufenden Anzeigen.
Mehr aus Strategie & Handwerk

Strategie & Handwerk
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.

Strategie & Handwerk
Prozent vom Umsatz ist die verbreitetste und schlechteste Methode. Drei bessere Wege, eine Zahl zu bestimmen, die zum Betrieb passt.

Strategie & Handwerk
Ein gutes Briefing spart mehr Geld als jede Preisverhandlung. Es passt auf zwei Seiten und beantwortet neun Fragen, von denen drei unbequem sind.