
Strategie & Handwerk
Werbebudget verteilen: die 70-20-10-Regel
Drei Töpfe statt einer Zahl. Wie Sie ein Werbebudget so aufteilen, dass laufendes Geschäft, Wachstum und Experimente sich nicht gegenseitig auffressen.
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Personas mit erfundenen Namen und Lieblingskaffee helfen niemandem. Was hilft, ist die Frage, in welcher Situation jemand Ihr Angebot braucht.

Zielgruppenarbeit endet in vielen Betrieben mit einem Blatt, auf dem steht: Männer und Frauen zwischen 30 und 59, mittleres bis gehobenes Einkommen, wohnhaft im Umkreis von 30 Kilometern. Dieses Blatt beschreibt einen erheblichen Teil der Bevölkerung und hilft bei keiner einzigen Entscheidung.
Nützlicher als die Frage, wer jemand ist, ist die Frage, in welcher Lage jemand steckt, wenn er Sie braucht.
Beispiele für einen Sanitärbetrieb:
Diese vier Situationen erfordern vier verschiedene Botschaften, vier Preisargumente und teils vier Kanäle. Das Alter der beteiligten Personen ist dabei fast bedeutungslos.
Die beste Zielgruppenarbeit kostet fünf Telefonate von je zwanzig Minuten mit Kundinnen und Kunden der letzten sechs Monate. Fragen Sie:
Antwort fünf liefert regelmäßig die beste Formulierung für die eigene Werbung, in der Sprache der Kundschaft statt in der des Betriebs.
Bevor Sie Annahmen treffen, sehen Sie in die eigenen Daten. Aus Rechnungen und Aufträgen der letzten zwei Jahre lässt sich ablesen:
| Auswertung | Was sie beantwortet |
|---|---|
| Umsatz nach Postleitzahl | Wo lohnt sich Werbung, wo nicht |
| Auftragswert nach Leistung | Welche Leistung trägt den Betrieb |
| Anteil Wiederkäufer | Ob Bindung oder Gewinnung das Thema ist |
| Auftragswert nach Kundenart | Privat oder gewerblich, wer zahlt besser |
| Saisonverlauf | Wann Werbung wirkt und wann sie verpufft |
Diese fünf Auswertungen kosten einen Nachmittag und widerlegen regelmäßig, was im Betrieb alle zu wissen glauben.
Halten Sie ebenso fest, wen Sie nicht wollen. Das ist keine Arroganz, sondern Steuerung. Wer Aufträge unter 800 Euro nicht wirtschaftlich abwickeln kann, sollte das in der Werbung sichtbar machen, statt Anfragen zu bearbeiten und abzusagen.
Jede abgelehnte Anfrage kostet Zeit, jede vermiedene Anfrage spart Geld.
Eine brauchbare Zielgruppenbeschreibung passt auf eine halbe Seite je Gruppe und enthält: die Situation, den Auslöser, die Alternativen, den Haupteinwand, den Ort der Suche, den typischen Auftragswert und einen echten Satz aus einem Kundengespräch. Kein Name, kein Foto, kein Lieblingsgetränk.
Nur wenn sie auf echten Gesprächen beruhen. Erfundene Personas erzeugen Scheinsicherheit und führen die gesamte Kommunikation in die Irre.
Zwei bis drei. Wer mehr definiert, kann sie in der Praxis nicht getrennt bedienen und behandelt am Ende doch alle gleich.
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